Spannend wie ein Rennen

Die Schweizer Motocross-Community weiss, wie man Feste feiert. Das bewiesen 300 Besucher, die im Pentorama eine grosse Party steigen liessen.

Sara Carracedo
Drucken
Teilen
Für die Motocross-Fans ging es für einmal digital über die Piste. (Bild: Sara Carracedo)

Für die Motocross-Fans ging es für einmal digital über die Piste. (Bild: Sara Carracedo)

AMRISWIL. Ein ungewöhnliches Bild für eine Party im Pentorama: Im Takt der DJ-Beats springen am Freitag zwei Motorräder auf einer Leinwand um die Wette. Davor sitzt ein Besucher und spielt auf einem iPhone 4. Er spielt aber nicht irgendetwas, sondern Mad Skills MX2, die wohl beliebteste App unter Motocross-Fans. Abwechselnd kämpfen die Besucher um den Titel «Schweizer Meister Mad Skills Inside Motocross». Vor der Bühne befindet sich die Bar, und rundherum wird getanzt. Die Inside-Motocross-Party ist anders. Es wird ausgelassen gefeiert, aber eben auf Motocross-Art.

Unterschätzte Szene

Die Motocross-Saison endet jeweils im Herbst und beginnt wieder im Frühling. «Insidemotocross», ein Online-Magazin, lädt daher im Dezember alle aus der Szene ein, um sich ein letztes Mal im Jahr zu treffen. Den Sportlern und Fans ist es wichtig, persönliche Kontakte zu pflegen.

Oli und Philipp aus Zürich erklären den familiären Rahmen: «Die Szene wird bezüglich ihrer Grösse unterschätzt. Es sind recht viele Fahrer am Start der Rennen. Wir sehen uns immer wieder. Da stets die gleichen Fahrer teilnehmen, haben sich Freundschaften gebildet, die gepflegt werden wollen.» Oli und Philipp werden nach der Party nicht heimfahren, sondern im Wohnmobil übernachten. «So kennen wir es von den Rennen, und so macht es auch Spass.»

Noch zu wenig bekannt

Die Besucher schätzen die Arbeit und das Engagement von «Insidemotocross», denn die Szene wird von vielen Medien nicht richtig wahrgenommen. Oli erklärt das Problem: «Motocross wird von den heimischen Medien viel zu wenig beachtet, obwohl vier Schweizer Fahrer an der WM vorne mitmischen.» Die Folge sei, dass diese Sportart in der Öffentlichkeit nicht sonderlich bekannt ist. Daher freut es Fahrer und Fans, dass die Macher von «Insidemotocross» immer wieder Akzente setzen.

«In allen anderen Ländern gibt es Publikationen, die sich mit Motocross befassen, nur in der Schweiz nicht. Wir fanden das sehr schade und betrachteten diesen Umstand als Herausforderung. Vor vier Jahren gründeten wir daher einen Verein, der erfolgreich ist und dem Wertschätzung entgegengebracht wird», erklärt Mischa Katz.

Hinter dem Online-Magazin «Insidemotocross» stehen Harry Leisi, Mischa Katz, Simon Baumann, Simon Ramsauer und Ernesto Baumann. Sie berichten zur Hauptsache über die heimische Szene; vor allem über die Rennen der Fédération Motocycliste Suisse und des Schweizerischen Auto- und Motorradfahrer-Verbandes. Das Quintett produziert Videos und macht Fotos für die Homepage.

Aktuelle Nachrichten