Spannend wie ein Räuberlispiel

Lipperswil. Der Golf Club Lipperswil hat eine «Bambini Golf Academy» lanciert. Für die Kleinen ist das Einlochen so spannend wie ein Räuberlispiel.

Margrith Pfister-Kübler
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Kleine Weitenjäger: Konzentriert schwingen die Kinder den Schläger. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Kleine Weitenjäger: Konzentriert schwingen die Kinder den Schläger. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Selbstbewusst kommen sie daher, die Kinder mit der Golfausrüstung auf dem Rücken, die sagt: «Wir gehören dazu, wir gucken nicht nur, wir spielen.» Sie tragen die Golftasche selbst, Papa oder Mama als Caddy braucht es nur manchmal – der Caddy trägt dem Spieler unter anderem die Golftasche.

Kinder von Golfspielern

Caddys helfen aber auch bei der Wahl der Schläger, und geben Tips. Bei Bambini-Golf tun dies die Betreuer, mindestens einer pro zwei Kinder. Wer noch keine Ausrüstung hat, bekommt diese vom Golfclub zur Verfügung gestellt. «Die Eltern der meisten Kinder spielen schon Golf», sagt Franziska Roos, Leiterin des Bambini-Golf auf dem Golfplatz Lipperswil. Das Training richte sich an Kinder zwischen fünf und sieben Jahren, und die Teilnehmerzahl sei auf zehn beschränkt. Ihr Ehemann Thomas Roos ist Junior-Captain. Sportliche Unterstützung leisten der Profi-Golfer Stephen Belverstone und weitere Golfer.

Doch es gibt noch Jüngere: «Das ist ein Naturtalent», schwärmt Stephen Belverstone über den dreieinhalbjährigen Jean-Léon aus Steckborn. «Die Kinder müssen Anweisungen entgegennehmen und umsetzen können. Sie dürfen keine Windeln mehr anhaben und müssen sich eine Stunde lang voll konzentrieren können», ergänzt Franziska Roos.

Das schaffen die Knirpse locker. Der Aufbau des Trainings ist spielerisch. Ballgefühl und Teamgeist werden trainiert, Mannschaften gebildet, das Selbstbewusstsein gestärkt. Der Engländer Belverstone gibt Anweisungen: «Haben alle verstanden?» Gemurmel als Antwort. «Das heisst: Yes, Steve!» Nesthäkchen Jean-Léon verlässt die Gruppe, eilt auf einen Hügel. «Ich mue go luege, wo min Papi isch», quittiert er die Rüge und eilt zurück.

Die Kinder stehen auf dem Green und üben das Einlochen der Golfbälle, auch «putten» genannt. Die Bälle – das sind die weissen Kugeln mit den Dellen. Ein Bub weiss mehr: «Ohne die Dellen würden die Golfbälle nur etwa ein Drittel so weit fliegen.»

Platzwechsel zur Driving Ranch. «Driven» bedeutet weites Abschlagen des Balles. Das Schlagtraining macht den Kindern Riesenspass. «He, häsch gseh, wie wiit dä gfloge isch?», strahlt Meline. Geduldig achten die Trainer darauf, dass ihre Schützlinge den Ball und nicht den Boden treffen.

124 Muskeln

Bei jedem Golfschlag werden 124 Muskeln beansprucht. Die Kinder halten den Driver, den Schläger, der vorwiegend beim Abschlag genutzt wird, mit jener Fingerhaltung, die schon optisch zeigt, wer's kann. Trainerin Anna Roos: «Die Einschätzung der Geschwindigkeit und die richtige Haltung des Schlägers sind am schwierigsten.» Der Ball muss fliegen, das gefällt den Kleinen. Nach der Lektion wirken die Kinder zufrieden mit ihrem Golferlebnis – ein schöneres Kompliment können sich die Betreuenden wirklich nicht vorstellen.

Die Kosten betragen 150 Franken für die 15 Lektionen von April bis Oktober. Voraussetzung für die Teilnahme: «Spass am Spiel ist das Wichtigste», sagt Franziska Roos.

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