Spanischer Hürdenlauf

Meer Leben

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Jeder kennt sie, die Vorurteile über die südländischen Behörden: Sie arbeiten langsam und sind eventuell sogar ein bisschen korrupt. Der Weg zu ihnen ist steinig, gepflastert mit endlosen Dokumenten. Wir haben sie alle durch, die gefühlten 1000 Ämter, die wir zu besuchen hatten. Einwanderungsbehörde, Gemeindeverwaltung, Strassenverkehrsamt, Zollamt und so weiter und so fort. Zu diesem wirklich verwirrenden Wirrwarr kommen noch die Banken dazu.

Zu 95 Prozent ist es tatsächlich anstrengend, die ganzen offiziellen Orte aufzusuchen, um dann nach einer längeren Odyssee irgendeinen Wisch dein Eigen zu nennen. Der dann bei der nächstmöglichen Gelegenheit gleich zerfällt, oder es löst sich die Schrift auf. Die spanischen Beamten sind äusserst bemüht, zu helfen, jedoch kaum einer spricht Englisch. Ein Besuch bei ihnen kann reibungslos ablaufen. Ein anderes Szenario ist aber wahrscheinlicher.

Wenn wir als Familie antreten müssen, könnte leicht der Eindruck entstehen, dass wir Groupies einer weltberühmten Band seien. Es ist alles dabei, und jeder trägt seinen Rucksack: Verpflegung, Getränke, iPad, Kopfhörer, Spielkarten, Trottinett und und und. Hier gibt es jedoch auch die herrlich verdigitalisierten Oasen im Dickicht des Bürokratie-Dschungels: Online-Formulare ausfüllen, sich im Internet oder per Telefon einen Termin sichern, am Bancomaten die Rechnung per Barcode bezahlen oder mit dem personalisierten digitalen Zertifikat die Pakete am Zoll auslösen.

Fazit: Man nehme einen Tag frei und plane nichts Weiteres als den Gang zu den Behörden! Wie so einer ablaufen kann, ist Thema der nächsten Kolumne.

Jessica Grundlehner

Christian und Jessica Grundlehner sind mit ihrer Tochter Amyra auf grosse Reise gegangen. Im deutschen Lübeck stachen sie Anfang Juni 2016 mit ihrem Segelschiff Laya für unbestimmte Zeit in See. Mittlerweile sind die drei auf Lanzarote sesshaft geworden.