Späte Kritik an Schulhaus-Sanierung

Die Vorsteherschaft der Volksschulgemeinde Egnach musste sich an der Budgetgemeinde Vorwürfe gefallen lassen. Sie habe schlecht informiert und nicht mit offenen Karten gespielt.

Markus Schoch
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EGNACH. Mit der Kritik war nicht unbedingt zu rechnen. Die Sache ist eigentlich erledigt. Es geht um das Primarschulhaus Egnach, für dessen Sanierung die Stimmbürger Mitte November mit grossem Mehr (70 Prozent Ja) einen Kredit von 3,6 Millionen Franken gesprochen haben.

Nach Meinung eines Stimmbürgers ist im Vorfeld aber einiges schiefgelaufen. An der Budgetgemeinde vom letzten Dienstag machte er seinem Ärger Luft.

Schlecht informiert

Die Vorsteherschaft habe ganz schlecht informiert und auch nicht immer die Wahrheit gesagt, kritisierte er.

So habe sie im Zusammenhang mit den statischen Problemen des Schulhauses nie öffentlich darüber orientiert, dass die maximal zulässige Belastung in den Zimmern um zwei Drittel habe reduziert werden müssen.

Es sei immer eine Frage, was man öffentlich kommunizieren solle und was nicht, antwortete Behördenmitglied Adrian Mannhart, ohne inhaltlich näher auf die Sachlage einzugehen.

Neubau wäre Variante gewesen

Ein zweiter Vorwurf: Den Stimmbürgern hätte als Alternative zur Sanierung ein Neubauprojekt an der Urne vorgelegt werden müssen, zumal die Sanierung nicht in allen Teilen überzeuge. Die Sache mit der Lüftung beispielsweise sei nicht ideal gelöst. Die Baukommission habe einen Neubau geprüft und aus Kostengründen abgelehnt, sagte Vize-präsident Philipp Weibel, der an Stelle von Präsidentin Katrin Bressan durch die Versammlung führte. «Ein Neubau wäre zu teuer gewesen.»

Der Stimmbürger wollte dieses Argument nicht gelten lassen. Die Preisdifferenz liege tatsächlich nur bei rund 1 Million Franken und nicht bei 2 Millionen. Er fühlte sich hinters Licht geführt.

Einheimische benachteiligt

Dritter Vorwurf: Entgegen der Ankündigung sei das Projekt nicht öffentlich ausgeschrieben worden. Stattdessen habe die Behörde Architekten eingeladen, auch auswärtige, aber nicht alle aus dem Dorf. «Ich bin damit nicht ganz einverstanden», meinte der Kritiker.

Sie hätten die Kriterien des öffentlichen Beschaffungswesens angelegt, sagte Mannhart. In Frage gekommen seien deshalb nur bestimmte Architekten. Sie hätten aus Egnach drei eingeladen. Der Auftrag ging nach Romanshorn.