SP taucht in die Arboner Geschichte ein

ARBON. 2016 feiert die SP Arbon ihr hundertjähriges Bestehen. Für einen Blick in die Vergangenheit lud der Vorstand vor der Hauptversammlung zu einer Führung ins Historische Museum ein. Den Hamel will die SP nicht einfach so verscherbeln.

Sabine Schifferdecker
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Hans Geisser blickt im Museum in die Zeit der Industrialisierung zurück. (Bild: Max Eichenberger)

Hans Geisser blickt im Museum in die Zeit der Industrialisierung zurück. (Bild: Max Eichenberger)

Den «Aufbruch zur Industriestadt» lässt Hans Geisser, langjähriger Präsident der Museumsgesellschaft Arbon und fundierter Kenner der Geschichte Arbons, lebendig werden. Um 1700 begann die Industriegeschichte mit der Produktion und dem Handel von Leinwand. Nach wechselhaften Zeiten entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts ein enormer industrieller Aufschwung durch die Herstellung von Stickmaschinen, den Motorenbau und die Konstruktion verschiedener Fahrzeuge.

60 Jahre «rote Stadtväter»

Die meisten Unternehmer, wie Franz Saurer, waren von Süddeutschland gekommen. Sie brachten ihre Fachkräfte mit und holten Arbeiter und Arbeiterinnen vor allem aus Deutschland und Italien. Die Bevölkerung wuchs rasant, so dass Arbon im Jahr 1910 etwa 10 000 Einwohner zählte. 1860 waren es um die tausend gewesen. Die Wohnungsnot war gross, ein Bauboom die Folge. Arbeitersiedlungen entstanden.

Von 1898 bis 1928 amtete Karl Günther, August Roth bis 1940 und Franz Hayoz bis 1957. Die rasch wachsende Stadt und das Zusammenleben erforderte Partnerschaften. Die Unternehmer engagierten sich in den Behörden. Die Unternehmerfrauen waren im Hintergrund aktiv und sorgten sich unter anderem um das Personal und um Bereiche, die wir heute als Sozialwerke bezeichnen.

Hamel-Deal: SP-Kampfansage

Nach diesem Blick zurück wenden sich die Mitglieder der SP Arbon an ihrer Hauptversammlung den aktuellen Themen zu, speziell dem Verkauf eines Stück Industriegeländes aus der eben gehörten Geschichte Arbons an HRS. «Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Tafelsilber der Stadt Arbon nicht verscherbelt wird», empört sich Fraktionspräsident Peter Gubser zum geplanten Verkauf des Hamel-Geländes. Einst gemachte Versprechungen wie Nutzungsbedingungen, die der Bevölkerung zugute kämen und nicht nur Einzelnen, würden jetzt ignoriert und der Verkaufspreis sei zu niedrig. Dem Hamel-Gelände als wichtige Kernzone der Entwicklung im Saurer WerkZwei müsse unbedingt Rechnung getragen werden. Das Votum des Parlaments verlange deutlich einen «Marsch-Stop» der Verkaufsverhandlungen.

Seit 40 Jahren SP-Mitglied

Peter Gubser wird für 40 Jahre sozialpolitisches Engagement gedankt, Leonie Graf-Schelling für 30 Jahre. Erica Willi tritt aus dem Vorstand aus. Sie hat in 28 aktiven Jahren verschiedene Präsidien bekleidet und präsidierte das Parlament im zweiten Jahr seines Bestehens. Die Vorstandsmitglieder Inge Abegglen, Bernhard Bertelmann, Lukas Graf, Peter Gubser und Sabine Schifferdecker werden wiedergewählt.

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