Sorry, Herr Bachmann!

Leuchtturm

Merken
Drucken
Teilen

Gottfried Keller hat eine, Maria Stader und Paul Ilg auch. Dichter, Opernsängerin, Schriftsteller. Hermann Roth, Mitglied der Museumsgesellschaft, wollte auch Johann Joachim Bachmann die Ehre erweisen und eine Strasse nach ihm benennen. Kein mickriger Landweg, sondern eine stolze Strasse, am besten noch an einem prominenten Platz in Romanshorn. Der Antrag wurde eingereicht, man werde das Anliegen prüfen, hiess es seitens der Bauverwaltung. Das war 2014. Klar, erst muss ja noch eine neue Strasse her. Schwierig zu finden bei der momentanen Bautätigkeit.

Doch schliesslich hat sich Bachmann für die Entwicklung des Hafens eingesetzt. Zu seiner Zeit erhielt er von der Stadt das Ehrenbürgerrecht. Er sei der Prinz, der die Hafenstadt wachgeküsst habe, sagte Roth damals über den ehemaligen Oberrichter und Schlossherrn. Im Auftrag der Museumsgesellschaft hat Roth sogar dessen Lebensgeschichte aufgeschrieben.

Und doch – keine Bachmann-Strasse, nicht einmal ein J.J.B-Weg ist beim Spaziergang durch die Stadt zu finden. Man könne eben keine Strasse einfach umbenennen, heisst es seitens der Bauverwaltung. Aber wenn Bachmann doch für den Bau des Hafens verantwortlich ist? Vielleicht könnte man ja seinen Namen dem geplanten Spielplatz RobinsHorn vergeben. Aber Obacht, nicht, dass die Anfrage zu spät eintrifft. Sonst wird es für die Stadt schwierig, die Ursache für das Problem im Nachhinein zu rekonstruieren.

Roth ist geduldig. Wenn daraus nichts werde, halb so schlimm. Nur kein Stress. Herr Bachmann rennt uns schliesslich nicht davon.

Maria Keller