Sorgen wegen christlicher Schule

DOZWIL. In Dozwil nahm im letzten Herbst eine Lerngruppe mit vier Kindergärtlern den Betrieb auf. Der Gemeindeammann sah den Zusammenhalt des Dorfes gefährdet und die Volksschule in der Existenz bedroht. Die Befürchtung ist geblieben.

Rudolf Käser
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«Das mit der Privatschule macht uns immer noch Sorgen», sagt Gemeindeammann Bruno Germann. Im Frühsommer des letzten Jahres hatte er befürchtet, sie könne die Bevölkerung spalten.

Gemeint ist die «Lerngruppe Dozwil» des Vereins Vernetzte Schulen Schweiz, die im Mai 2010 vom Regierungsrat eine provisorische Betriebsbewilligung bis 31. Juli 2013 erhalten hat. Diese gilt für den Kindergarten und die Primarschule. Im Moment werden vier Kindergärtler betreut.

Gemäss Konzept ist der «Lerngruppe die Vermittlung von christlichen Grundwerten ein zentrales Anliegen.

Für Erhalt der Primarschule

Gemeindeammann Bruno Germann kann heute nur wiederholen, was er an der Rechnungsgemeinde Ende Juni des letzten Jahres im Namen des Gemeinderates erklärte hat, nämlich, dass die christliche Privatschule quer zu den Zielen der Gemeinde liege. Daran habe sich nichts geändert. «Der Gemeinderat will die Primarschule Dozwil unbedingt erhalten», sagt Germann.

Die aktuelle Bautätigkeit in der Gemeinde sei diesbezüglich zwar eine positive Entwicklung. «Wenn nun aber Schüler aus Dozwil in die Privatschule gehen, tut das weh», so Germann. Dem Gemeinderat seien aber die Hände gebunden. «Derzeit können wir überhaupt nichts tun.» Und wie es weiter- gehe, wisse man nicht.

Im Moment kein Problem

Seit der Rechnungsgemeinde habe die Sache seines Wissens keine hohen Wellen mehr geschlagen, sagt Germann. «Ich habe seither jedenfalls nichts mehr gehört, und es ist in der Sache ruhig.

» Für Entwarnung bestehe jedoch kein Grund.

«Im Moment haben wir keinerlei Probleme», sagt Edith Tanner, die Präsidentin der Primarschulbehörde. Derzeit seien von der ersten bis zur sechsten Klasse 36 Schülerinnen und Schüler sowie 15 Kinder im Kindergarten eingeschult, was knapp sei.

Die vier Kinder, welche den Kindergarten der neuen Privatschule besuchen würden, seien zu verkraften.

«Aber wir müssen damit rechnen, dass in den kommenden fünf Jahren recht viele Kinder in die Privatschule abgehen werden», befürchtet Edith Tanner.

Die Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen. Die Verantwortlichen des Vereins «Vernetzte Schulen Schweiz» haben vor einem halben Jahr erklärt, dass mit der Gründung weiterer Lerngruppen die Eröffnung eines Lernzentrums geplant sei.

Wohin geht die Schulreise?

Wohin die Reise der Primarschule Dozwil gehen wird, vermag Edith Tanner derzeit nicht zu sagen. Offen ist die Zukunft der Volksschulgemeinde, nachdem die Uttwiler im letzten November Nein zum Zusammenschluss mit Kesswil und Dozwil gesagt haben. Immerhin sei man etwas beruhigter. Man hoffe auf Schülerinnen und Schüler von neu zugezogenen Bewohnern.

Die Schulpräsidentin unterstreicht, dass es ihr um die eigene Schule und nicht gegen die Privatschule gehe. Denn jeder Bürger habe, wenn die Bedingungen erfüllt werden, das Recht, eine private Schule zu führen. Im weiteren weist Tanner darauf hin, dass der «Verein vernetzte Schulen Schweiz» nichts mit der Michaelsvereinigung zu tun habe.

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