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SONTERSWIL: Böses Erwachen nach der Party

Das Turnfest Seerugge war fröhlich und verlief ohne grosse Probleme. Die Organisatoren haben im Nachhinein aber Vandalenakte und Diebstähle festgestellt. Nun müssen die Turner nachzahlen.
Nicole D'orazio
Miteinander anzustossen gehört zu jedem Turnfest dazu. (Symbolbild: Reto Martin)

Miteinander anzustossen gehört zu jedem Turnfest dazu. (Symbolbild: Reto Martin)

Nach dem Aufräumen machte sich Ernüchterung breit. Böse Buben hatten am Turnfest Seerugge in Sonterswil, das vom 17. bis 19. Juni stattfand, ihr Unwesen getrieben. Zeltwände und Kabel wurden aufgeschlitzt, viel Tischbestuhlung war kaputt und sogar Tontechnik wurde gestohlen. Die Schadensumme liegt im fünfstelligen Bereich. «Das haben wir erst im Nachhinein festgestellt», sagt OK-Präsident Patrick Reusser. Im Anschluss ans Fest hatte er gegenüber unserer Zeitung von einem friedlichen und fröhlichen Fest gesprochen. 2700 Aktive wetteiferten und feierten an den drei Tagen miteinander. Reusser hatte nur von einem epileptischen Anfall eines Turners sowie einem kaputten Mischpult, über das jemand Bier geleert hatte, berichtet. Wegen des Defekts hatte ein Konzert abgebrochen werden müssen.

An der Präsidentenkonferenz des Thurgauer Turnverbands in Oberaach letzte Woche tönte es allerdings etwas anders. Reusser berichtete von den Vandalenakten und redete den Präsidenten ins Gewissen. «Im Saal war es ruhig, niemand stellte eine Frage», erzählt er. «Ich wollte die Präsidenten mal wachrütteln.» Reusser spricht von Szenen am Turnfest, die einfach nicht angingen. «Die Vereine sollen ihre Jungturner besser im Zaum halten. Die machen viel Seich.» So könne es nicht weitergehen. Er hoffe, dass alle daraus lernten.

Dass das Feiern zu einem Turnfest dazu gehört, ist auch Reusser klar. «Dass ein paar Bänke zu Bruch gehen, ist normal. Leider gehört es auch dazu, dass kleinere Dinge wegkommen. Aber nicht in diesem Ausmass», sagt er. Er traut seinen Turnerkollegen dreisten Diebstahl jedoch nicht zu. Auch weil viele zusammen als Verein ans Fest gingen und sich in Gruppen bewegten. «Es kann gut sein, dass Auswärtige ans Fest kamen und die Tontechnik gestohlen haben. Denn es würde auffallen, wenn sich eine Gruppe bedienen würde.»

Turner müssen Teil des Schadens zahlen

Die Versicherung komme nicht für alle Schäden auf, sagt Reusser. Wie hoch die Summe genau ist, möchte er nicht preisgeben. «Wir müssen nun einen Teil des Schadens den Turnern in Rechnung stellen.» Das heisst, dass die Festkarte pro Person 57 Franken kostet. «Im Vorfeld haben wir angekündigt, dass es zwischen 50 und 60 Franken sein werden.» 50 Franken habe man vorgängig eingezogen. «Das ist das übliche Vorgehen», sagt Reusser. Im Vergleich mit anderen Schweizer Turnfesten sei man auch mit 57 Franken das günstigste. Die Spannweite betrage 60 bis 90 Franken. Die Rechnungen würde nun der Verband den Vereinen schicken, da dieser für das Startgeld zuständig sei. Das Budget des Turnfests sollte trotz der Schäden positiv abschliessen. «Wir haben noch nicht komplett abgerechnet. Doch wir rechnen mit schwarzen Zahlen», sagt er.

Für Reusser war es das erste Fest als Organisator. «Klar bleibt ein fader Nachgeschmack. Dennoch wird uns das Turnfest als wahnsinnig schön, mit super Wetter und keinen Unfällen in Erinnerung bleiben.»

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