Sonnenbad in der Waldschenke

Die Bischofszeller Bürgergemeinde konnte Ende März ihr neues «Waldhöckli» fertig erstellen. Das Blockhaus dürfte zu einem beliebten Ausflugsziel werden.

Erwin Schönenberger
Merken
Drucken
Teilen
Das neue «Waldhöckli» wurde im Blockhausstil erbaut. (Bild: pd/Walter Bollier)

Das neue «Waldhöckli» wurde im Blockhausstil erbaut. (Bild: pd/Walter Bollier)

BISCHOFSZELL. Für die vor einem Jahr gewählte neue Präsidentin der Bürgergemeinde Bischofszell, Manuela Frauenfelder, war die Leitung einer Bürgerversammlung eine Premiere, die sie souverän meisterte.

65 der 398 Bischofszeller Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zur Versammlung am Mittwochabend im Bürgersaal des Bischofszeller Rathauses.

Beliebte Bürgerwürste

Am meisten spüren die Bischofszeller Bürger von der Bürgergemeinde jeweils an Silvester, wenn sie im Rathaus ihren Bürgernutzen abholen können: Knapp 400 Paar Würste und Brote sowie 1200 Flaschen Wein und 291 Flaschen Traubensaft wurden am letzten Jahreswechsel abgegeben, wie Manuela Frauenfelder in ihrem Jahresbericht meldete. Im Mittelpunkt der Arbeit des Bürgerrates standen aber die Vorbereitungen für den Zusammenschluss der beiden Forstreviere Bischofszell und Zihlschlacht zum neuen Revier Aach-Thur-Sitter im Jahr 2017. Daneben konnte die Präsidentin auch berichten, dass in den Bürgerwäldern von Hauptwil-Gottshaus und Bischofszell zwei Altholzinseln geschaffen werden, in denen während 25 Jahren nichts mehr verändert werden darf.

Waldhaus mit Bodenheizung

Waldpräsident Walter Bollier durfte diesmal nicht nur von den finanziellen Problemen mit der Bewirtschaftung des Bürgerwaldes berichten, sondern auch seiner Freude darüber Ausdruck geben, dass das Ringen um die Baubewilligung für den Abbruch der alten Waldschenke und den Neubau des «Waldhöckli» nun endlich ein gutes Ende gefunden hat. Nach einer relativ kurzen Bauzeit konnte das neue Gebäude in der Waldschenke Ende März fertiggestellt werden. Das Blockhaus, das nun den Aufenthalt in der beliebten Waldschenke auch bei schlechteren Wetterbedingungen erlaubt, wird sicher bald ein besonderer Anziehungspunkt im Bischofszeller Wald werden. Erbaut wurde es aus «Mondholz» und verfügt sogar über eine Bodenheizung. Der Platz vor der Hütte dürfte zudem beliebt zum «Sünnele» werden.

Ausgeglichene Rechnung

Die Rechnung der Bürgergemeinde Bischofszell leidet weiterhin unter der schlechten Ertragslage der Waldbewirtschaftung. Zusätzlich belastet das tiefe Zinsniveau die Finanzen. Trotz widriger Umstände ist es dem Bürgerrat gelungen, im Jahr 2015 einen Vorschlag von 500 Franken zu erwirtschaften.

Eine beliebte Institution der Bürgergemeinde Bischofszell ist die Stiftung, die Jugendliche während ihrer Ausbildung finanziell unterstützt. Im letzten Jahr wurden an 23 Jugendliche Unterstützungsbeiträge von rund 16 000 Franken ausgerichtet.