Sommernacht in der Scheune

KREUZLINGEN. Die erste «Summernight» des Symphonischen Blasorchesters Kreuzlingen auf Schloss Girsberg war trotz schlechten Wetters ein besonderes Erlebnis.

Erwin Schönenberger
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Die Kreuzlinger spielen wegen des schlechten Wetters in der Scheune. (Bild: Erwin Schönenberger)

Die Kreuzlinger spielen wegen des schlechten Wetters in der Scheune. (Bild: Erwin Schönenberger)

«Bier, Bratwurst und Blasmusik», so bezeichnete Stefan Roth, Dirigent des Symphonischen Blasorchesters Kreuzlingen (SBO) die lockere Art, wie der erste Sommerevent des Orchesters auf Schloss Girsberg hätte stattfinden sollen. Geplant war ein Unterhaltungskonzert im Schlosshof. Das Wetter spielte am Samstagabend dann aber nicht mit.

Das Orchester probte zwar im Freien, musste aber wegen des Regens in die Kulturscheune zügeln. Bier und Bratwurst bot die Festwirtschaft trotzdem. Die zahlreich angereisten Blasmusikfreunde zeigten sich flexibel und fanden, wenn nicht auf Stühlen, dann doch wenigstens auf Treppenstufen oder gar stehend ihren Platz.

Unterhaltungsmusik mit Niveau

Zumindest musikalisch hatte die Verlegung in die Kulturscheune etwas Positives; dank der guten Akustik kamen die Zuhörer in den Genuss aller Feinheiten, mit denen das grosse Blasorchester aufwarten konnte. Und auch die Stimmung im Publikum litt keineswegs durch den Wechsel des Konzertortes. Stimmungsvoll auch die Atmosphäre auf der Bühne mit den stilvollen Kronleuchtern über den Musikantinnen und Musikanten. Nach den grossen Erfolgen des Orchesters im klassischen Blasmusiksektor bewies Stefan Roth mit seinen Musikern, dass das SBO auch im Unterhaltungssektor qualitativ Hochstehendes zu bieten hat. Schon beim Florentinermarsch zum Auftakt gerieten viele ob der einmaligen musikalischen und dynamischen Gestaltung ins Schwärmen. Applaus gab es für das Morricone-Solo des Trompeters Thomas Roth. Und was natürlich auf dem Girsberg nicht fehlen durfte, war der Graf-Zeppelin-Marsch, lebte der Erfinder des Zeppelins doch auf Schloss Girsberg. Im zweiten Konzertteil bewiesen Sängerin Carmen Weber mit ihrer spannungsgeladenen Interpretation eines James-Bond-Titelsongs und Sänger René Reggia mit seinen begeisternden Sinatra-Titeln ihr Talent.

Bustaufe im zweiten Anlauf

Im Rahmen des Konzerts bügelte die Stadt auch noch einen Fehler aus, der ihr bei der Taufe der neuen Hybridbusse passiert war. Anstatt Schloss Girsberg stand Schloss Girsbach auf einem der Busse. Schlossherr Kurt Schmid-Andrist und seine Enkelkinder durften den nun richtig beschrifteten Bus mit einem Schaumwein erneut taufen.