Sommerliche Fülle an Pflanzen

Zusammen mit den Häusern prägen die Thurgauer Bauerngärten Landschaft und Kultur. Marianne Hausammann führte durch drei Gärten in Egnach und Salmsach.

Trudi Krieg
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Zitherklänge im Garten. (Bild: tk)

Zitherklänge im Garten. (Bild: tk)

Egnach/Salmsach. Bei strahlendem Sommerwetter begrüsste Marie Christine Fuchs vom Amt für Denkmalpflege die Gäste. Ihr Podest war die in Fuchsia-Variationen geschmückte Treppe zur Haustür von Louise Heierli in Lohrn, Egnach. Es freue sie, dass die alte Gartenblume wieder so zu Ehren gekommen sei.

Kunstvolle Buchsbeete

Gegen hundert Sorten haben sich in den zwanzig Jahren, seit sie Fuchsien pflege und vermehre, zusammengefunden, berichtete Louise Heierli, die ihre Erfahrungen auch im Schweizerischen Fuchsienverein holt.

Hohe Rittersporne in Blau- und Lilatönen und Rosen waren weitere Merkmale des Heierligartens.

In Wilen liess Barbara Michel in ihr Reich blicken. Die kunstvollen Buchsbeete waren der Form nach schon bei ihrem «Amtsantritt» als Bäuerin da. Sie hat diese neu arrangiert und bepflanzt, den Stil aber beibehalten. Eine Blumenvielfalt, aber auch Nutzpflanzen und Spezialitäten wie Zuckermais, Gemüse und Beeren gab es zu entdecken. Die Bienen im nahen Bienenhaus besorgt Barbara Michel selber.

Im unkonventionelle Garten von Heidi Allenspach blühte alles wie verwachsen und verwunschen, und doch spürte man die lenkende Hand der Gärtnerin. Sie lässt gerne die Natur walten, lässt Samenstände über den Winter für die Vögel stehen, hat den Igeln Quartiere eingerichtet, ein Biotop und andere Nischen um das Haus arrangiert.

Gärten mit Feingefühl pflegen

Hinter dem Haus war unter Kirsch-, und Nussbäumen eine Festwirtschaft eingerichtet. Als Überraschung spielten vier «Gartehüsler» Frauen auf ihren Zithern.

In regelmässigen Intervallen schmetterte der Güggel sein freudiges «Güggerüggü» dazwischen. «Das ist gelebte Kultur», freute sich Marie-Christine Fuchs. «Kultur findet nicht nur in den Museen statt. Bäuerinnen, die ihre Gärten mit so viel Feingefühl pflegen, tragen sie weiter.»