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SOMMERI: Zehn neue Plätze im Holdergarten

Zwei Architekten aus Frauenfeld stellen ihren Entwurf vor. Sie haben den Projektwettbewerb gewonnen. Bei der Jury herrschte absolute Einigkeit, die Pläne für den Neubau in Scheunenform überzeugten alle.
Rita Kohn
Geschäftsleiter Bruno Würth lässt sich von den Architekten Aret Tavli und Florian Schoch das Modell vorstellen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Geschäftsleiter Bruno Würth lässt sich von den Architekten Aret Tavli und Florian Schoch das Modell vorstellen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Sie nehmen das Ganze recht gelassen: Florian Schoch und Aret Tavli gehen aus dem Projektwettbewerb um den Ausbau des Holdergartens als Sieger hervor. Natürlich hätten sie sich über den positiven Bescheid gefreut, sagt Florian Schoch. Aber sie hätten auch ein ganz gutes Gefühl gehabt, als sie das Projekt einreichten. Die beiden jungen Architekten aus Frauenfeld haben schon Millionenbauten realisiert: in China. Dann wollten sie zum «Kleineren» zurück, haben sich selbstständig gemacht und betreiben heute ein Büro mit sechs Mitarbeitern.

Die richtige Grösse, um einem Projekt wie dem Ausbau des Holdergartens in Sommeri gewachsen zu sein, findet Bildungsstätten-Leiter Bruno Würth. Florian Schoch sagt, sie würden sich mit dem Gedanken tragen, noch eine Person einzustellen, um allenfalls fehlende Ressourcen zu kompensieren.

Das Projekt überzeugt fachlich und sachlich

Das Projekt «ambar» sei eine sehr schöne Entwurfsarbeit und überzeuge in ortsbaulicher, architektonischer und betrieblicher Hinsicht. Es sei die perfekte Antwort auf die gestellte Aufgabe, heisst es im Jurybericht. Die Architekten haben den Charakter der derzeitigen Scheune erhalten und das Gebäude so gegliedert, dass auch jederzeit eine andere Unterteilung und damit eine veränderte Nutzungsstruktur möglich sein wird.

Zunächst soll der Neubau zehn weitere Plätze für vornehmlich junge Menschen bieten, die durch ihre Einschränkung eine Betreuungssituation nötig haben, jedoch in grosser Selbstständigkeit wohnen können. Der Bedarf ist vom Kanton anerkannt, die Plätze sind genehmigt, wie Bruno Würth betont. Der Kanton wird auch einen Teil der Investitionssumme, die sich ohne Infrastrukturkosten auf rund 2,5 Millionen Franken beläuft, tragen.

Umgesetzt wird das Projekt 2018/2019. Zunächst müssen die Detailplanungen erfolgen. «Ich finde es sehr wichtig, dass wir dabei mit den Architekten eine gute Gesprächskultur haben und sie bereit sind, auf unsere Bedürfnisse einzugehen», sagt Viktor Buffoni, der seit etlichen Jahren die Bildungsstätte Sommeri durch ihre verschiedenen Bau- und Ausbauvorhaben begleitet.

Der Kauf der Scheune macht das Projekt möglich

Den Ausbau gewünscht hat sich die Bildungsstätte schon länger. Doch konnte das Projekt erst an die Hand genommen werden, als es möglich wurde, die Landparzelle mit dem kleinen Scheunenteil zu kaufen. Seither wird die Planung für den Ausbau zügig vorangetrieben.

Die vorgesehene Verdoppelung der Kapazität führt auch zu einer Umgestaltung der Betreuung. Nach Inbetriebnahme werde beispielsweise ein Pikett vor Ort rund um die Uhr eingesetzt, sagt Nicole Gsell, Geschäftsleiterin Wohnen.

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