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SOMMERI: Mit 64 ersetzt durch eine Jüngere

Mehr als ein halbes Jahrhundert war sie im Dienst – die Vereinsfahne des Turnvereins. Diesen Sonntag darf sie nun in Pension. Der TV feiert das mit seiner Turnunterhaltung und einer Fahnenweihe.
Manuel Nagel
Präsidentin Ramona Bärlocher freut sich zusammen mit Armin Bärlocher und Andreas Ackermann vom Fahnenkomitee auf die Fahnenweihe am kommenden Sonntag. (Bild: Manuel Nagel)

Präsidentin Ramona Bärlocher freut sich zusammen mit Armin Bärlocher und Andreas Ackermann vom Fahnenkomitee auf die Fahnenweihe am kommenden Sonntag. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Es war für mich eine Herzensangelegenheit, im Fahnenkomitee mitzuwirken», sagt Armin Bärlocher. Mit Andreas und Marlis Ackermann bildete er das Trio, welches in den letzten zwei Jahren für die Herstellung der neuen Vereinsfahne des Turnvereins Sommeri verantwortlich war.

Für ihn sei der Fall klar gewesen. Seit 40 Jahren ist er nun schon in der Jugi und im Turnverein, war während acht Jahren sogar Fähnrich. «Als bekannt wurde, dass es eine neue Fahne gibt, da wollte ich bei diesem Prozess dabei sein», sagt Bärlocher. Jedes Vereinsmitglied habe sich für diese Aufgabe melden können, erinnert sich Andreas Ackermann, doch nebst Bärlocher taten dies nur noch die Geschwister Ackermann.

24 Personen in einem Fahnenkomitee

Drei Personen in einem Fahnenkomitee seien vielleicht etwas knapp, findet Armin Bärlocher. Vier, fünf wären besser. «Aber es können auch zu viele sein.» Er erzählt, dass der Aussendienstmitarbeiter der Firma Heimgartner schon einmal mit einem 24-köpfigen Komitee zu tun hatte. Da komme man ja nirgends hin, sagt Armin Bärlocher.

Vorgaben, wie denn die neue Fahne auszusehen habe, hätten sie keine bekommen, sagt das Trio. «Wir vom Vorstand haben keinerlei Vorgaben gemacht», sagt Ramona Bärlocher, Präsidentin des Turnvereins. «Es sind drei langjährige Mitturner, welche den Verein und das Vereinsleben kennen und sich auch für den Verein einsetzen.» Deshalb könne sie sich nicht vorstellen, dass nun etwas entstanden sei, hinter dem der Verein nicht stehen könne.

Doch selbst die Präsidentin weiss nicht, wie die neue Fahne ausschaut. Man habe an der Generalversammlung vor zwei Jahren entschieden, dass niemand die Fahne vor der Fahnenweihe zu sehen bekomme. Deshalb will Armin Bärlocher auch nicht zu viel verraten, «obwohl einige Eckpunkte klar sind», wie er sagt. An den Vereinsfarben Gelb und Schwarz werde nicht gerüttelt. Weiter musste sich das Komitee bei der ersten Sitzung im Februar 2017 entscheiden, ob die Fahne traditionell oder modern, ja gar abstrakt sein soll. «Abstrakt fiel gleich durch. Wir waren der Meinung, dass die Fahne als Turnerfahne erkennbar sein soll», sagt Armin Bärlocher. Am Ende ging es vor allem um Detailfragen. Nach einem guten halben Dutzend Sitzungen seien dann im vergangenen August zwei Varianten auf dem Tisch gelegen.

Das Geheimnis bleibt bis zum Schluss gewahrt

Doch die vereinbarte Geheimhaltung hielt viele nicht davon ab, etwas über die neue Fahne herausfinden zu wollen. «Es wurde häufig probiert, uns etwas zu entlocken», erzählt Armin Bärlocher und lacht. «Wir mussten wirklich aufpassen, dass wir nichts ausplaudern.» Präsidentin Ramona Bärlocher gehörte ebenfalls zu den Neugierigen –doch ohne Erfolg. Ihr Onkel habe absolut dicht gehalten, sagt sie.

Einen Erfolg konnte Ramona Bärlocher hingegen bei der Finanzierung der neuen Fahne vermelden: «Dank der Sponsoren können wir unsere neue Fahne vollumfänglich finanzieren.» Den genauen Betrag will Armin Bärlocher nicht nennen, doch für eine Fahne inklusive Fahnengestänge und Accessoires müsse man schon zwischen 15000 und 18000 Franken einplanen.

Viel Wohlwollen aus dem Dorf

«Mit unserem Projekt sind wir im Dorf auf offene Ohren gestossen», sagt die Präsidentin. Viele Firmen wie auch Privatpersonen aus Sommeri hätten sich daran beteiligt. Selbst von extern flossen Spendengelder in die Kasse. Man kenne sich im Dorf, und man wisse, dass der Turnverein Sommeri nach aussen repräsentiere, mutmasst Ramona Bärlocher, weshalb sie bei der Sponsorensuche auf solche Resonanz gestossen sind.

Vor eineinhalb Wochen hat nun das Fahnenkomitee das neue Prunkstück bei der Firma Heimgartner abholen können –und dabei auch gleich noch eine Betriebsführung erhalten. Schon die alte Fahne habe die Firma aus Wil hergestellt. Diese sei noch von einem Grafiker von Hand gezeichnet worden. Heute würden Designer das am Computer erledigen, erzählt Armin Bärlocher.

Besonders beeindruckt habe ihn die filigrane Arbeit der Näherinnen, die zum Teil noch auf ganz alten Nähmaschinen arbeiten würden. «Bei der Führung wurde uns gesagt, dass diese Näherinnen rund eineinhalb Jahre Einführungszeit benötigen», sagt Armin Bärlocher. «Und entweder verlassen sie die Firma nach drei Monaten wieder – oder sie bleiben gleich 30 Jahre.»

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