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SOMMERI: «Lachen ist bei uns erwünscht»

Lustig, chaotisch und lebhaft: Beim Comedy Express der Bildungsstätte Sommeri stehen Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung auf der Bühne. Mit dem Konstanzer Mario Müller ist nun auch die Theaterleitung wieder komplett.
Philipp Bürkler
«Ohne Essen spielen sie nicht»: Schauspieler Roland als chaotischer Filmregisseur bei der Arbeit. (Bild: Philipp Bürkler)

«Ohne Essen spielen sie nicht»: Schauspieler Roland als chaotischer Filmregisseur bei der Arbeit. (Bild: Philipp Bürkler)

SOMMERI. Rauch auf der Bühne. Hollywood-Sound aus dem Lautsprecher. Dann ruft Roland: «Kamera? Ton? Action!» Roland spielt einen tyrannischen Filmregisseur, der seine Mitarbeiter herumkommandiert und wild Befehle erteilt. Dabei richtet er ein riesiges Chaos auf dem fiktiven Filmset an.

«Bekomme immer Hauptrollen»

Roland ist Bewohner der Bildungsstätte Sommeri und spielt die Hauptrolle. «Ich bin der, der immer Hauptrollen bekommt», erzählt er stolz. Die Rolle als Tyrann scheint dem korpulenten Mann auf den Leib geschnitten zu sein, obwohl er doch eigentlich völlig liebenswert und gesprächig ist. «Seit zehn Jahren bin ich schon dabei», erzählt er mit Begeisterung.

Ohne Essen kein Theater

Auf der Bühne nimmt das Chaos seinen Lauf. Kaffee wird verschüttet, Schauspieler sind «im falschen Studio», und der Filmassistent wird von einem Hund attackiert. Das Stück balanciert zwischen inszeniertem und spontanem Chaos.

«Improvisation ist wichtiger als Text», sagt Theaterleiter und Kunsttherapeut Peter Wenk. Menschen mit geistiger Beeinträchtigung seien auf der Bühne sehr authentisch. «Für sie ist es nicht gespielt, sondern echt.» Die Authentizität bedeute aber auch, dass die Schauspieler ihre Alltagssorgen und Nöte mit auf die Bühne nehmen, weiss Peter Wenk. Wichtig sei den Leuten auch das Essen vor dem Auftritt. «Wenn es nichts zu essen gibt, spielen sie auch nicht», sagt der Theaterleiter.

Spüren, wenn der Funke springt

Der Comedy Express tourt seit 2003 durch die Schweiz. Seither ist die Gruppe auf sehr unterschiedliches Publikum gestossen, erzählt Co-Theaterleiterin Ambrosia Weisser. «Manchmal weiss das Publikum nicht recht, ob es lachen darf oder nicht.»

Lachen sei beim Comedy-Theater aber erlaubt, ja sogar erwünscht. «Man lacht ja nicht über die Schwächen der Schauspieler, sondern über den Sprach- und Spielwitz.» Die Schauspieler würden sofort bemerken, ob der Funke beim Publikum übergesprungen sei. Je offener das Publikum, desto besser laufe es auch auf der Bühne, erklärt Ambrosia Weisser.

Müller folgt auf Hauenstein

Ambrosia Weisser und Peter Wenk leiteten das Theater die vergangenen elf Jahre gemeinsam mit dem Clown Olli Hauenstein aus Sommeri. Dieser hat die Theatergruppe auf Ende 2015 verlassen, um sich wieder mehr eigenen Projekten zu widmen. Seit einigen Wochen ist das Trio nun wieder komplett. «Wir konnten den Konstanzer Improvisationsschauspieler Mario Müller gewinnen», sagt Peter Wenk. «Unsere Stücke entstehen durch Improvisation, deshalb ist er die Idealbesetzung.»

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