Sommerarbeit im Winterpelz

ARBON. Die Frisch- und Tiefkühlproduktehandlung Sebastian Caviezel AG schlägt auch im Sommer Früchte, Gemüse, Salate, Tiefkühl- und Milchprodukte um. Bei Hitze müssen Mitarbeiter Temperaturunterschiede von 54 Grad wegstecken.

Rudolf Käser
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Eingemummt mit Fleece-Pulli und Gesichtsschutz arbeitet ein Angestellter im Tiefkühlhaus. (Bild: Rudolf Käser)

Eingemummt mit Fleece-Pulli und Gesichtsschutz arbeitet ein Angestellter im Tiefkühlhaus. (Bild: Rudolf Käser)

arbon. Draussen herrschen in der Sommerzeit manchmal mit über 30 Grad im Schatten tropische Temperaturen. In den Räumen von S. Caviezel AG arbeiten die Angestellten im Auslieferungslager bei sechs Grad Celsius und im Tiefkühllager bei minus 24 Grad.

Im Sommer weniger Bedarf

Die Angestellten sehen sich bei ihrer Arbeit manchmal mit Temperaturunterschieden bis 50 Grad konfrontiert. Sie müssen alle drei Temperaturbereiche aushalten.

Auch während den Sommerferien läuft der Betrieb bei Caviezel. Zwar mag in der Ferienzeit etwas weniger Bedarf für Lebensmittel bestehen. Doch auch Caviezels Mitarbeiter beziehen Ferien – und so müssen die verbleibenden den Arbeitsanfall bewältigen. Dennoch sind Geschäftsführer Sebastian Caviezel und seine Mitarbeiter gerne bereit, Auskunft zu erteilen.

Arbeitstag beginnt um drei Uhr

Sebastian Caviezel berichtet, dass das Zuliefern der Produkte aus dem In- und Ausland bereits morgens um drei Uhr beginne. Nach der Qualitätskontrolle würden die Kundenbestellungen hergerichtet und ab sechs Uhr die Auslieferungen dann an die Besteller – Grossverbraucher wie Alters- und Pflegeheime, Hotels- Restaurants, Personal-Restaurants und Schwimmbäder – vorgenommen. Der Geschäftsführer betont, dass die Produkte immer frisch seien. Und er unterstreicht, dass so viele Produkte wie möglich aus der Region zu- und ausgeliefert werden. «Wir sind Culinarium-zertifiziert», sagt er mit etwas Stolz.

In der Lagerhalle sind mehrere Mitarbeiter bei Temperaturen von sechs Grad mit dem Herrichten von Kundenbestellungen beschäftigt. Der Löwenanteil an Produkten bestehe aus Frischgemüsen. Ebenfalls einen grossen Bereich würden die Tiefkühlprodukte einnehmen, sagt Caviezel. Diese müssten jeweils bei der Zulieferung oder der Vorbereitung für die Auslieferung bei Temperaturen von minus 24 Grad in den Kühlraum gebracht oder herausgeholt werden.

«Arbeit körperlich anstrengend»

Patrick Nater, Lagerchef des Frischgemüses, lässt die Temperatur-Unterschiede von 54 Grad ziemlich cool. «Natürlich ist diese Arbeit körperlich anstrengend.» Doch er habe sich längst daran gewöhnt. Er sei überzeugt, dass er es im Vergleich mit Strassenarbeitern, die bei der herrschenden Hitze asphaltieren müssten, noch gut habe. «Die müssen bestimmt extremere Wetterbedingungen aushalten», bricht er für die Strassenarbeiter eine Lanze.

Dick eingemummt

Längst sei die Arbeit für ihn und seine Kollegen Alltag geworden. Denn alle würden sich täglich zwischen dem Tiefkühlraum bei minus 24 Grad und bei der Zulieferung an die Kunden bei plus 30 Grad oder mehr bewegen. Natürlich gehe das an die Substanz. «Doch wir haben die Möglichkeit, uns beim Eintritt in den Tiefkühlraum warm anzuziehen. Die Strassenarbeiter könnten sich gegen die Hitze nicht wehren.»

Winter eher angenehmer

Nach einem anstrengenden Tag wie jetzt in der Sommerzeit gönne er sich dann aber Erholung. «Ich gehe mit dem Boot auf den See oder erhole mich beim Baden.» Von der Arbeit her betrachtet, empfinde er den Winter doch angenehmer als den Sommer. «Die Temperaturunterschiede zwischen Tiefkühlraum und dem Wetter draussen bei ebenfalls Minustemperaturen sind dann ganz einfach wesentlich geringer.»

Bild: Rudolf käser

Bild: Rudolf käser

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