Solidarität mit dem Süden

ROMANSHORN. Zur kirchlichen Fastenzeit-Kampagne sprach Martina Gassert vom Fastenopfer in Romanshorn: Sie schilderte die Menschenrechts-Situation im Kongo.

Markus Bösch
Drucken
Teilen

«Des einen Schatz, des andern Leid»: Wer ein Handy hat, benutzt dabei auch Bodenschätze, die in der Demokratischen Republik Kongo gefördert werden. Immerhin 80 Prozent der Coltan-Reserven befinden sich in diesem afrikanischen Land, beim Kobalt sind es 30 Prozent.

Eindrücklich waren die Fakten, nachdenklich stimmten die Bilder, die am Donnerstagabend im Pfarreiheim präsentiert wurden. Auf Einladung der örtlichen Kirchen und des «claro-Ladenvereins» stellte die Bildungsverantwortliche des Hilfswerks Fastenopfer Zusammenhänge her und lieferte Hintergründe.

Korruption allgegenwärtig

«Im Kongo stellt sich sehr oft die Frage, Bergbau oder Landwirtschaft? Mit dem Abbau der Bodenschätze werden Felder und Gewässer verseucht, Tausende von Kleinschürfern arbeiten unter miserablen Bedingungen. Gewinne werden oft abgeschöpft, Korruption ist allgegenwärtig», sagte Martina Gassert.

Fastenopfer und Brot für alle fordern mehr Mitspracherecht für lokale Gemeinschaften, wollen, dass die Wertschöpfung im Land bleibt und dass transnationale Konzerne stärker reguliert werden.

Verantwortung klären

Mit einer Petition sollen die Finanzflüsse transparenter und die rechtliche Verantwortlichkeit von Mutterunternehmen für Menschenrechtsverletzungen von Tochterfirmen geklärt werden. Zudem ist im Kongo eine bischöfliche Kommission zu natürlichen Ressourcen gegründet worden.

«Dank solcher Informationen können wir auch handeln», zeigten sich sowohl die Referentin als auch die Romanshorner Gemeindeleiterin Gaby Zimmermann überzeugt.

Engagement zeigen

Sei es, dass ein Handy möglichst lange gebraucht und anschliessend recycelt wird, oder dass bei Herstellern über Produktionsmethoden nachgefragt wird: Mit dem alltäglichen Engagement sei es möglich, Solidarität mit den Menschen im Süden zu zeigen, sagte Gassert. Dann werde es eines Tages neben fair gehandelten Lebensmitteln auch ebensolche Alltagsgegenstände und Elektronikgeräte im Handel geben, gab die Bildungsverantwortlichen ihrer Hoffnung Ausdruck.

Aktuelle Nachrichten