Solche Schlawiner

Der Kanton Thurgau und die Politische Gemeinde Hauptwil-Gottshaus sind sich nicht mehr grün. Der Grund für das Zerwürfnis sind Markierungen, die der Gemeinderat auf der Freihirtenstrasse auftragen liess. Ohne Rücksprache mit dem Kanton, gewissermassen in Eigenregie.

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Der Kanton Thurgau und die Politische Gemeinde Hauptwil-Gottshaus sind sich nicht mehr grün. Der Grund für das Zerwürfnis sind Markierungen, die der Gemeinderat auf der Freihirtenstrasse auftragen liess. Ohne Rücksprache mit dem Kanton, gewissermassen in Eigenregie. Der Grund: Die Volksschulbehörde Bischofszell hatte die Meinung vertreten, dass die Sicherheit von Fussgängern, insbesondere jene von Schulkindern auf der Strasse, welche das Dorf Hauptwil mit dem Weiler Freihirten verbindet, nicht mehr gewährleistet sei. Der Gemeinderat wurde ersucht, etwas zu unternehmen.

Einfach, billig, pragmatisch

Der Gemeinderat schritt denn auch umgehend zur Tat. Die Freihirtenstrasse bekam

auf einer Länge von rund 800 Metern eine unterbrochene grüne Linie. Nur einseitig.

Zweck: eine optische Trennung zwischen Fussweg und Fahrbahn. Laut Gemeindepräsident Matthias Gehring wurde «eine einfache, pragmatische Lösung gesucht, um die Sicherheit rasch und kostengünstig zu erhöhen.»

Kommt Zeit, kommt Rat

Die Freude über den Geniestreich währte nur kurz. Der Kanton bekam Wind von der Schlitzohrigkeit à la Hauptwil-Gottshaus. Im Tiefbauamt schlugen die Verantwortlichen die Hände über dem Kopf zusammen. Unterbrochen und auch noch grün? Das geht gar nicht, fand man in Frauenfeld und verwies auf die fehlende rechtliche Grundlage. «Die Linie muss weg oder durch etwas

Gescheites ersetzt werden!», forderte Kantonsingenieur Andy Heller im Juli. Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, erklärte sich der Gemeinderat bereit, mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung eine Lösung zu suchen. Am letzten Tag des Jahres existiert die ominöse Markierung freilich immer noch. Der Grund: Die Beratungsstelle ist überlastet. (st)

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