Sogar Insekten profitieren davon

ERLEN. Schüler der 3. Sekundarklassen stellten im Mehrzwecksaal der Schule Erlen ihre Semesterarbeiten vor. Während sechs Monaten hatten sie sich mit einem selbstgewählten Thema auseinandergesetzt.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Franco Bortoluzzi präsentiert seine Dosenpresse aus Metall. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Franco Bortoluzzi präsentiert seine Dosenpresse aus Metall. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Insgesamt 34 Semesterarbeiten sind im Verlauf des letzten halben Jahres – während vier Lektionen pro Woche sowie in der Freizeit – geplant und realisiert worden. Die 50 Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarklassen investierten in ihre Projekte nicht nur viel Zeit, sondern auch sehr viel Herzblut. Die Präsentation der Endprodukte bildete am Montagabend den krönenden Abschluss.

Wechsel von Holz zu Metall

«Die Idee zum Bau einer Dosenpresse kam mir, als ich PET-Flaschen und Aludosen am Strassenrand liegen sah», erzählt Franco Bortoluzzi aus Erlen. Der Sekundarschüler hat eine Leidenschaft für handwerkliches Schaffen. Vier verschiedene Modelle fertigte der angehende Polymechaniker-Lehrling an. Das erste Modell aus Holz erwies sich als zu wenig stabil. So entstanden drei weitere Modelle, diesmal aus Metall. Damit können ausser Alu-Getränkedosen auch PET-Flaschen und Konservenbüchsen gepresst werden.

Ramona Kobi aus Ennetaach entwarf ein Palettenbett. Für die Herstellung benötigte sie zwölf Stück Euro-Paletten, welche sie von einem Gemüsehändler geschenkt bekommen hatte. 67 Stunden arbeitete die zukünftige Fachangestellte Gesundheit an ihrem Bett. Ausgestattet ist es mit einer LED-Beleuchtung. Unterstützung bekam die 15jährige Schülerin von ihrer Freundin Michelle Götsch, die ebenfalls ein Paletten-Bett herstellte.

«Mein Werk ist eine Nisthilfe und Überwinterungsmöglichkeit für Insekten», erklärt Sydney Brändli. Das 1,6 m hohe Insektenhotel, das fast völlig aus Naturmaterialien besteht, wird bald im Garten seines Elternhauses in Kümmertshausen stehen.

«Bei allem Spass haben die Jugendlichen auch viel gelernt», erzählt Sekundarlehrerin Claudia Liptai. In 42 Lektionen im Projekt-Lernraum und nochmals so vielen Arbeitsstunden während der Freizeit haben sich die jungen Leute mit einem selbst- gewählten Thema auseinandergesetzt. Die Semesterarbeiten sind Einzel-, Partner- oder Gruppenprojekte. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Inspirationen holten sich die Jugendlichen häufig von YouTube.

Bewertung durch eine Jury

Die Schülerinnen und Schüler bewiesen auch in diesem Jahr wieder viel Kreativität. Eine beeindruckende Vielfalt von Ideen wurde in die Tat umgesetzt. So sind unter anderem ein Fantasybuch, zwei Liegesessel, Skateboards, eine eigene Website sowie ein PC- und ein Lautsprecher-Eigenbau entstanden.

Die Jugendlichen präsentierten die Semesterarbeiten einer externen Jury. Diese bestand aus drei Erler Sekundarlehrern, dem Schulpräsidenten Heinz Leuenberger, dem Gemeindepräsidenten Roman Brülisauer sowie Daniele Santi, dem Lehrlingsverantwortlichen der Bischofszell Nahrungsmittel AG. Bewertet wurden das Projekt-Tagebuch, die Präsentation, die Eigenleistung und das Endergebnis.

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