So wird Arbon zur Respektstadt

ARBON. Die Sozialpädagogen der Kinder- und Jugendarbeit haben Grosses vor: Mit einem Projekt möchten sie Arbon zu einer Stadt machen, in der ein respektvoller Umgang herrscht. Der Start verlief bereits erfolgreich.

Martina Luterbacher
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Ein Mann verunstaltet ein Bänkli: Auch Respektlosigkeit gegenüber Gegenständen soll in Arbon bald Vergangenheit sein (gestellte Szene). (Bild: pd)

Ein Mann verunstaltet ein Bänkli: Auch Respektlosigkeit gegenüber Gegenständen soll in Arbon bald Vergangenheit sein (gestellte Szene). (Bild: pd)

Energiestadt, Stadt der weiten Horizonte, ehemalige Industriestadt – Labels und Slogans hat Arbon viele. In den nächsten drei Jahren soll ein neues Schlagwort dazu kommen: Die Kinder- und Jugendarbeit möchte Arbon zur Respektstadt machen.

«Das Thema Respekt ist eines der wichtigsten im ganzen sozialen Bereich. Wir haben uns mit dem Projekt Respekt zum Ziel gesetzt, dass die Stadt zu einem noch lebenswerteren Ort wird», sagt Gabriele Eichenberger, Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit Arbon. Die Arbonerinnen und Arboner sollen respektvoll mit sich selber, den Mitmenschen und der Umwelt umgehen.

Ein Forum und 14 Teilprojekte

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und fand in der Gründung des Respektforums seinen Anfang. Dieses bietet eine Plattform, bei der sich halbjährlich verschiedene Organisationen und Institutionen in Arbon über den Verlauf des Projekts austauschen. «Wir können nur etwas erreichen, wenn alle zusammenarbeiten», sagt die ausgebildete Sozialpädagogin. Im Forum dabei sind deshalb Vertreter aus der Schule, der Polizei und Securitas, des Werkhofs, der Exxa und ehrenamtliche Mitarbeiter des Elternforums.

Im Projekt Respekt wird aber nicht nur geredet – insgesamt 14 Teilprojekte sorgen für die nötigen praktischen Impulse. Bereits erfolgreich durchgeführt wurde der StattGewalt-Rundgang: Die Teilnehmenden begegneten dabei in Arbon einer Theatergruppe, die Gewaltszenen nachstellte. Unter fachkundiger Aufsicht konnte ausgetestet werden, wie man als Passant in solchen Situationen zivilcouragiert reagieren kann.

Bis im Jahr 2013 folgen weitere Teilprojekte, beispielsweise die Ausbildung von Respektbotschaftern, die Durchführung einer Respektparty oder die Schaffung von Respektoasen.

Eine aufwendige Planung

Was erfolgreich sein soll, muss gut geplant sein. So auch das Respektprojekt: «Als erster Schritt in der Planung erarbeiten wir ein Arbeitspapier», sagt Gabriele Eichenberger. Dieses erweitern die Mitarbeitenden laufend. Nachdem anschliessend die Finanzierung geregelt ist, können die einzelnen Teilprojekte durchgeführt und ausgewertet werden. Während der ganzen Projektphase halten die Mitarbeitenden die vorgesehene und effektiv aufgewendete Zeit in einem eigenhändig entwickelten System fest.

Mit der Planung verbunden ist also ein grosser administrativer Aufwand – dies ist aber für die Arbeit von grossem Nutzen: «Eine genaue Aktenführung hilft uns, wenn jemand von unseren Mitarbeitenden ausfällt», sagt Gabriele Eichenberger. Es sei zudem ein Arbeits- und Erfolgsnachweis für die Gesellschaft und helfe bei der Suche nach Sponsoren.

Die Grundsteine zur Erreichung des Ziels, Arbon zur Respektstadt zu machen, sind gelegt – die kommenden Jahre werden den Erfolg zeigen.