«So kann es nicht lange gutgehen»

SITTERDORF. Restauranttester Daniel Bumann dreht für den Sender 3+ im Flughafenrestaurant Sitterdorf. Er unterstützt damit Hans Maag, der den Betrieb erst im März übernommen hat. Ausgestrahlt wird die Sendung im Frühling.

Rita Kohn
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Gastronom Hans Maag spricht mit Restauranttester Daniel Bumann darüber, wie die Aussenanlagen des Flugplatzrestaurants anders gestaltet werden könnten. (Bild: Rita Kohn)

Gastronom Hans Maag spricht mit Restauranttester Daniel Bumann darüber, wie die Aussenanlagen des Flugplatzrestaurants anders gestaltet werden könnten. (Bild: Rita Kohn)

SITTERDORF. «Wir ziehen den Betrieb durch.» Hans Maag fährt sich müde übers Gesicht. Seit 45 Jahren stehe er sieben Tage in der Woche bereit. Nun ist er an seine Grenzen gekommen. Der Wirt des Flugplatzrestaurants Sitterdorf musste in den letzten Monaten hilflos zusehen, wie sein erst im März übernommener Betrieb trudelte.

Jetzt schöpft Maag wieder Hoffnung. Am Donnerstagabend stehen Restauranttester Daniel Bumann und sein Kamerateam vor der Türe. «Ich bin schon etwas erschrocken», gesteht Hans Maag. Denn wie es das Konzept der Sendung vorschreibt, ist es ein Überraschungsbesuch. «Wir wollen ja das Restaurant kennenlernen, wie es ein normaler Gast erlebt», sagt Bumann. Ziel des Testers ist es, den Gastronomen die Schwachstellen ihres Betriebs aufzuzeigen und mit ihnen nach möglichen Lösungen zu suchen.

Chance für einen Neuanfang

Daniel Bumann weiss, dass es nur eine punktuelle Hilfe ist, die er den Gastronomen in Not bieten kann. «Sie bekommen von mir eine Betriebsanalyse und Tips, wie der weitere Weg aussehen könnte.» Umsetzen müssten die Gastwirte die Neuerungen letztlich aber selber. Die Sendung sei jedoch eine Chance für einen Neuanfang. «Wenn einem Wirt das Wasser bis zum Hals steht, traut er sich oft nicht mehr, etwas Neues anzugehen.» Seine Hilfe könne diesen Bann brechen.

Das erhofft sich auch Hans Maag. Damit, Kritik anzunehmen, hat er keine Probleme: «Ich bin nicht lange zur Schule gegangen. Alles, was ich heute weiss, habe ich mir im Laufe der Jahre selber erarbeitet. Vieles davon habe ich von Älteren gelernt.» Da lerne man auch mit Kritik umzugehen und das Beste für sich daraus zu machen.

Situation unterschätzt

Hans Maag gilt in der Region als kreativer Macher. Die Waldschenke Bischofszell und das Seerestaurant in Romanshorn hat er aus der Krise geführt und sie zu gutfunktionierenden Betrieben weiterentwickelt. Dass es nun in Sitterdorf harzt, macht ihn ratlos. Er habe die Situation wohl unterschätzt

Daniel Bumann sieht schon nach kurzer Zeit, wo unter anderem Handlungsbedarf besteht. «So, wie es jetzt hier läuft, kann es mittelfristig nicht gutgehen.» Er sei aber guten Mutes, dass eine Lösung gefunden werden könne. Eine davon sieht er im vorhandenen Platzangebot, das der Restauranttester viel zu gross findet. Mit der Grösse steigen die Personalkosten. Sie machen heute schon einen zu hohen Anteil am Umsatz aus.

Als Ausflugsziel wahrnehmen

Daniel Bumann möchte Hans Maag darin unterstützen, dass das Restaurant wieder als Ausflugsziel für Familien wahrgenommen und genutzt wird. Immerhin locke ein attraktives Angebot: Nebst dem Flugbetrieb direkt vor dem Lokal sind es der grosse Spielplatz, der Tierpark und das Minidrom. Die Anlagen sollen in absehbarer Zeit erneuert und teilweise erweitert werden. Damit seien die Voraussetzungen gegeben, das Lokal zu einem Treffpunkt zu machen, findet Daniel Bumann.

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