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Singend durch die Prüfung

EGNACH. Für ihre Maturaarbeit hat Sonja Geiger 16 Lieder geschrieben und komponiert. Am kommenden Samstag wird die CD in Arbon mit einem Konzert getauft. Musik wird auch die Berufswahl der Egnacherin beeinflussen.
Christa Kamm-Sager
Glockenhelle Stimme: Sonja Geiger übt an der Gitarre für ihren grossen Auftritt. (Bild: Christa Kamm-Sager)

Glockenhelle Stimme: Sonja Geiger übt an der Gitarre für ihren grossen Auftritt. (Bild: Christa Kamm-Sager)

In der Rolle als Bandleaderin ist sie noch etwas unerprobt. Das verwundert nicht weiter: Bis jetzt hat die Maturandin Sonja Geiger die ganze Arbeit für ihre CD «Bright» im stillen Kämmerlein gemacht. Seit den Herbstferien steht sie nun auch mit ihren Kollegen im Proberaum der Kantonsschule und leitet sie an, die Songs in ihrem Sinn zu interpretieren. Sie macht das noch etwas zurückhaltend, will nicht dominieren. «Haben wir das Lied letztes Mal nicht etwas schneller gespielt?», fragt der Gitarrist. Die Komponistin am Klavier stimmt zu, dann setzt die Band nochmals an, um das Lied «Remember – Shine on My Own» ein zweites Mal zu spielen, diesmal etwas forscher.

Viel Leidenschaft

Mit dem Schlagzeuger, dem Gitarristen, dem Bass, einem Keyboard und Unterstützung im Gesang, hauptsächlich von Felix Heller, tönt es zwei Wochen vor der CD-Taufe schon recht professionell im Proberaum der Kantonsschule. Was sich bis jetzt nur in Sonja Geigers Kopf, in ihrem Zimmer und auf CD abgespielt hat, wird am 10. November in der Musikschule Arbon erstmals für ein Publikum zu hören sein. Auf diesen Tag hat die Schülerin mehr als ein Jahr hingearbeitet.

Die CD mit Sonja Geigers glockenreiner Stimme liegt druckfrisch vor. Melodiöse Stücke sind es mit dominanter Pianobegleitung. Die Titelmelodie «Bright» wird schon beim zweitenmal Hören zum Ohrwurm.

In fünf Sprachen

Die Idee, für die Maturaarbeit etwas mit Musik zu machen, war schnell da und irgendwie logisch für die junge Frau, der Musik so viel bedeutet. Seit knapp drei Jahren komponiert Sonja Geiger, und im letzten Herbst begann sie dann, erste Lieder für die Maturaarbeit zu schreiben. «Ich habe mir für die Lieder teilweise ein Thema gegeben und dann dazu Text und Melodie geschrieben, andere Songs sind ohne irgendwelche Vorgaben, einfach aus mir heraus, entstanden.» Manchmal sei das ganz schnell gegangen, für einige Lieder habe sie länger Zeit gebraucht.

Entstanden sind 16 persönliche, balladenhafte Lieder über Liebe und Liebeskummer, Musik und Freundschaft. Zehn der Lieder sind in Englisch geschrieben, zwei sind französisch, und je eines italienisch, spanisch, hochdeutsch und schweizerdeutsch abgefasst. Die Lieder hat Sonja Geiger schliesslich in akribischer Arbeit zu Hause selber aufgenommen und auf ihrem E-Piano intoniert. Das Zentrale aber ist ihr Gesang: Die Stimme ist für die musikalische Maturandin neben der Geige, dem Klavier und der Gitarre ihr wichtigstes Ausdrucksmittel. «Es ist möglich, jedes Instrument sehr persönlich zu spielen, doch die eigene Stimme ist halt doch am allerpersönlichsten.»

Auf der Strasse Geld gesammelt

Nicht genug der Arbeit: Eine CD-Produktion kostet Geld, und als Schülerin hat Sonja Geiger naturgemäss wenig davon. Das brachte sie auf die Idee, als Strassenmusikerin in den Gassen St. Gallens zu singen. Erfolgreich: «Es war eine tolle Erfahrung, ich habe sehr viele schöne Begegnungen erlebt», sagt Sonja Geiger über diese Stunden. Den Leuten haben ihre Lieder gefallen: Pro Nachmittag legten sie zwischen 160 und 280 Franken in ihren Hut.

Vier Jahre lang hat Sonja Geiger an der Musikschule ihrer Wohngemeinde Egnach Gesangsunterricht genossen, später wechselte sie nach Romanshorn. Jetzt bildet sie ihre Stimme in allen Stilrichtungen – von klassischem Gesang bis Musical – an der Musikschule Arbon weiter aus.

In Arbon hat sie vor einem Jahr mehrere Rollen im Musical «Annie» gespielt und gesungen. Das war für sie eine derart positiv prägende Erfahrung, dass sie bald Aufnahmeprüfungen für verschiedene Musical-Schulen absolvieren wird. Ausserdem fasst sie die Master-Ausbildung am Konservatorium ins Auge, um dereinst einmal an einer Mittelschule als Musiklehrerin arbeiten zu können.

Klavierspiel selber beigebracht

Sonja Geigers Liebe zur Musik kommt nicht von ungefähr: Der Vater spielt Querflöte und Posaune, die Mutter ist Organistin. Von ihr hat sie auch die wichtigsten Informationen zum Klavierspiel erhalten – den Rest hat sie sich selber beigebracht.

Ständig ist Sonja Geiger auf der Suche nach neuen Herausforderungen: So nimmt sie an einem Casting teil am St. Galler Stadttheater für eine Jugendoper. Doch Musik ist nicht das einzige im Leben der 17-Jährigen: Seit knapp einem Jahr ist sie im Europäischen Jugendparlament (EYP), in dessen Rahmen sie im nächsten Juni in Istanbul an einer internationalen Versammlung teilnehmen kann. «Ich interessiere mich auch für Politik», erklärt die junge Frau.

Istanbul ist aber noch weit weg. Zuerst kommt der grosse Moment der CD-Taufe, wo Sonja Geiger erstmals sehen wird, wie ihre Lieder beim Publikum ankommen werden. Dieser Abend ist gleichzeitig auch die Präsentation ihrer Maturaarbeit vor dem Betreuer an der Kantonsschule.

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