Singen und Jodeln mit dem Heimatchörli

Das Heimatchörli Amriswil wird morgen Sonntag im Bohlenständerhaus auftreten. Den Chor gibt es seit bald 70 Jahren. Noch früher verständigten sich Hirten und Sammler über das Jodeln.

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Amriswil. In gebirgigen und unwegsamen Regionen der Welt wurde schon früh versucht, mit Rufen weite Distanzen akustisch zu überbrücken. «El Silbo», eine Pfeifsprache, kennt man immer noch auf den Kanarischen Inseln. Jodeln, ebenfalls eine Kommunikationsform, findet sich bereits in vorhistorischen Zeiten. Hirten, Sammler, Waldarbeiter, Köhler verständigten sich auf diese Art.

Brauchtum übers Singen hinaus

Das Jodeln findet man über den ganzen Erdball: bei den afrikanischen Pygmäen, bei den Inuit, im Kaukasus, in den USA und in ganz Europa. Vorab in den USA und Australien hielt «Yodeling» auch Einzug in die Country Musik, wie Blue Grass oder Hillbilly. In Europa wurde Jodeln zu einem wichtigen Bestandteil der Volksmusik und entwickelte, je nach Land, einen eigenen Stil. Übers Singen hinaus formten sich regionale Eigenarten, Brauchtum und Zusammensein.

Volksmusik im Lokalen

Unter dem Aspekt der internationalen Entwicklung ist es für den Besucher interessant zu erleben, wie die Volksmusik sich im ureigensten lokalen Rahmen darstellt. Das Amriswiler Heimatchörli wurde 1942 gegründet. Es bemüht sich, Tradition und die Eigenart der Heimat nicht nur zu pflegen, sondern auch in die heutige Vielfalt von Musik und Unterhaltung einzubetten.

Von Alphorn begleitet

Beim Auftritt morgen im Bohlenständerhaus wird der Chor von einem Alphornbläser begleitet. Das Konzert beginnt um 14.30 Uhr. Bis um 17 Uhr können Besucher ebenfalls das Haus mit Wohnbereich, Stall, Scheune und Webräumen besichtigen und einen Einblick gewinnen, wie die Bauern von 1538 bis in die Neuzeit lebten und arbeiteten. (pd)

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