Silvia Brunner ist gewählt

AMRISWIL. Mit einem überraschend deutlichen Ergebnis konnte sich bei den Wahlen in die Volksschulbehörde die parteilose Kandidatin durchsetzen.

Rita Kohn
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Silvia Brunner bei der Kandidatenvorstellung durch die Interpartei. (Bild: Rita Kohn)

Silvia Brunner bei der Kandidatenvorstellung durch die Interpartei. (Bild: Rita Kohn)

Sie wolle ein Teil der Erfolgsgeschichte der Volksschule Amriswil-Hefenhofen-Sommeri werden, sagte Silvia Brunner vor einigen Tagen bei der Kandidatenvorstellung im Alterszentrum Amriswil. Nun bekommt sie die Chance, ihren Wunsch umzusetzen. Am Wochenende hat sich die parteilose Kandidatin gegen den von der FDP nominierten Hans Bruggisser durchgesetzt.

Mit 805 Stimmen lag Silvia Brunner nicht nur deutlich über dem absoluten Mehr (674 Stimmen), sie konnte sich auch deutlich von Hans Bruggisser abheben, der auf 496 Stimmen kam. Enttäuschend ist die Stimmbeteiligung, die trotz gleichzeitig stattfindendem eidgenössischem Urnengang gerade mal 18,3 Prozent erreichte.

Beide überzeugend

Leicht fiel den Stimmberechtigten die Wahl nicht. Nach der Kandidatenvorstellung, die durch die Interpartei organisiert wurde, war von den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung zu hören, dass beide Personen das nötige Rüstzeug mitbringen würden, um in der Schulbehörde mitzuwirken. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: «Ich habe jetzt zwei Menschen erlebt, die für mich beide wählbar wären. Nun wird es eine Herausforderung sein, sich zu entscheiden.»

Von Seiten der politischen Parteien kamen dann auch nur vereinzelt Wahlempfehlungen. Vor allem von den etablierten Parteien, die sich an die innerhalb der Interpartei ausgehandelte Sitzverteilung halten wollten, wurde der FDP-Kandidat Hans Bruggisser zur Wahl empfohlen. Doch konnte sich diese Empfehlung letztlich nicht durchsetzen, wie das Wahlergebnis zeigt. Die parteilose, dreifache Mutter Silvia Brunner gewann die Wahl.

Tätig bleiben

Hans Bruggisser reagierte am Sonntag gelassen auf die Wahlniederlage. «Es ist ein demokratischer Entscheid. Die Mehrheit wollte Silvia Brunner und das gilt es, zu respektieren.» Er wünsche der Neugewählten alles Gute im Amt. Dass er nun die Wahl verpasst hat, ist für den Oberaacher kein Grund, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Er werde weiterhin politisch tätig sein und sich auch wieder mal für ein Amt zur Verfügung stellen, kündigte er an.

In den Stadtrat gewählt

Nötig geworden ist die Ersatzwahl, weil das langjährige Behördenmitglied Richard Hungerbühler (FDP) vor kurzem als Nachfolger von Parteikollege Dean Kradolfer in den Stadtrat gewählt worden ist. Aus dieser Vakanz ergab sich der Wunsch der FDP, den vakanten Sitz wieder mit einem Parteimitglied zu besetzen.

Damit, dass es eine Gegenkandidatur geben könnte, haben viele nicht gerechnet. In den letzten Jahren zeigte sich, dass es oft grössere Anstrengungen braucht, um genügend Frauen und Männer zu finden, die sich für ein öffentliches Amt zur Verfügung stellen.