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Silber-Selina tauft «Eugénie»

Biathlon-Olympia-Silbermedaillengewinnerin Selina Gasparin hatte in Arbon ihren Auftritt als Patin. Die Grenzwächterin taufte gestern das neue Patrouillenboot auf den Namen Eugénie. Eingeweiht wurde auch das restaurierte Bootshaus.
Max Eichenberger
Grenzwache-Kommandant Thomas Zehnder und Taufpatin Selina Gasparin mit Neptun. Im Hintergrund das erhöhte und restaurierte Zollboothaus. (Bild: Max Eichenberger)

Grenzwache-Kommandant Thomas Zehnder und Taufpatin Selina Gasparin mit Neptun. Im Hintergrund das erhöhte und restaurierte Zollboothaus. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Die sportlich erfolgreiche Mutter der eben einjährig gewordenen Leila hat ganze Arbeit geleistet: Die Sektflasche, die Taufpatin Selina Gasparin am Heck des neuen Patrouillenbootes anschlug, zersprang in hundert Splitter. Das Grenzwachtkorps 2 hat gestern nachmittag sein zweites Boot der neuesten Generation, das in Arbon stationiert sein wird, in Dienst gestellt.

70 Stundenkilometer schnell

Eine Million Franken hat es, mit all den technischen und elektronischen Einrichtungen, den Bund gekostet. Bestückt mit zwei 360 PS starken Motoren, pflügt sich das in Finnland georderte Boot maximal 70 Stundenkilometer schnell durch die Wellen des Bodensees. Benannt ist das Schwesterschiff der am Untersee stationierten «Hortense» nach der letzten französischen Kaiserin und Frau Napoleons III., Eugénie. Die prominente Taufpatin fasste quasi einen internen Auftrag: Selina Gasparin ist Grenzwächterin – wenn sie denn nicht auf der Loipe oder im Schiessstand ist.

Grenzpolizei und Seerettung

Zum Einsatz kommt das schnelle und wendige Boot primär bei grenzpolizeilichen Aufgaben. Auch kann es für den Seerettungsdienst beigezogen, oder laut Kommandant Thomas Zehnder für spezielle Zwecke in andere Grenzgewässer beordert werden: etwa an den Genfersee, wenn dort internationale Kongresse zu überwachen sind. Darum ist das Schiff auch international («Border Guard») in neongelber Schrift gekennzeichnet. Weil das neue Boot grösser ist als das ausgemusterte alte Schiff, liess der Bund das bald hundertjährige denkmalgeschützte Bootshaus im Alten Hafen erhöhen und fachgerecht restaurieren – dies mit Kosten von 300 000 Franken. Unter Federführung des Romanshorner Architekten Andreas Zäch hat die kantonale Denkmalpflege die Restaurierung eng begleitet.

Expo am Horizont

Dabei hatte Achilles Fecker der Zimmermannskunst der Vorfahren um Burkhard Zöllig die Reverenz erwiesen. So dient der Bau weiterhin einem Zweck und ist nicht bloss ein museales Überbleibsel der weitsichtigen Arboner Seeufergestaltung. Als «rundum gute Sache» bezeichnete die Thurgauer Baudirektorin Carmen Haag die gelungene Restaurierung – am Horizont hofft sie schon auf Expo-Ableger auch in Arbon.

Mit Sonderbewilligung

Denkmalpflegerin Bettina Hedinger erinnerte an die in mehreren Etappen erfolgte Gestaltung des öffentlich zugänglichen Arboner Seeufers – dies im Rahmen von Beschäftigungsprogrammen, als nach Heine-Betriebsschliessung auf einen Schlag 600 Arbeiter auf der Strasse standen. Mit einer Sonderbewilligung konnte damals das Bootshaus gebaut werden. Ehe es 1935 ins Eigentum der Eidgenössischen Zollverwaltung ging, diente es Schiffsunternehmer Gustav Zels als Fahrgastschiff-Garage. Zwischen Rorschach und Romanshorn verkehrten seine Schiffe. «Die beliebteste Strecke», so Hedinger, «war die zum Arboner Strandbad – für dreissig Rappen.»

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