Signora Marisa hört auf

WEINFELDEN. Marisa Högger schliesst am 30. August ihre Kleiderboutique an der Rathausstrasse 15 in Weinfelden. Den Grund glaubt man kaum: Sie hat das Pensionsalter bereits überschritten.

Esther Simon
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«Die Leute wollen tragen, was ich trage»: Marisa Högger in ihrer Boutique an der Rathausstrasse 15 in Weinfelden. (Bild: Esther Simon)

«Die Leute wollen tragen, was ich trage»: Marisa Högger in ihrer Boutique an der Rathausstrasse 15 in Weinfelden. (Bild: Esther Simon)

«Ich bin mit meinen Kundinnen alt geworden.» Marisa Högger sagt das mit grosser Zufriedenheit. Sie blickt auf ein gutes Berufsleben zurück. Seit 26 Jahren ist sie in der Modebranche zu Hause. Zunächst arbeitete sie fünf Jahre in der ehemaligen Boutique First – der heutigen Boutique Nouvelle in Weinfelden – dann machte sie an der Frauenfelderstrasse 48 ihr eigenes Geschäft auf.

Eine Stil-Ikone in Weinfelden

Das Geschäft an der Frauenfelderstrasse führte sie sieben Jahre. Seit vierzehn Jahren bietet sie in der Boutique Marisa an der Rathausstrasse 15 Damenmode und Accessoires an.

Während all dieser Jahre war die gebürtige Italienerin auch eine Stil-Ikone in Weinfelden und eine perfekte Botschafterin ihres Geschäftes. «Das stimmt, die Leute wollten das tragen, was ich trage.» Das Lustigste, was ihr in diesem Zusammenhang passiert ist: «Einmal trug ich eine Jacke. Die gefiel einer Frau so gut, dass sie mich bat, die Jacke auszuziehen und ihr zu verkaufen. Das habe ich dann auch getan.» Zu ihrem Kundenkreis gehörten nicht nur Thurgauerinnen, auch Frauen aus den Kantonen Schaffhausen, St. Gallen und Zürich kauften bei ihr ein. Sie erfüllte jeden Sonderwunsch. Legendär ist ihr Zimmer hinter der Boutique – es war und ist ein beliebter Treffpunkt für Frauen aus dem Dorf. «Treffen wir uns bei Marisa» ist inzwischen ein geflügeltes Wort.

Zeit für Reisen

Mit dem gewollten Abschied vom Geschäftsleben beginnt für Marisa Högger und ihren Mann Max Högger eine neue Ära. Viel reisen wollen die beiden. Marisa Högger: «Wegen des Geschäftes konnte ich ja auch nicht immer fort, wie ich wollte.»

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