Sie wollen einen richtigen Hafen

MÜNSTERLINGEN. Am nächsten Dienstag stimmen die Münsterlinger ab, ob sie ihre Steganlage verwirklichen wollen. Eine Gruppe will das Projekt unbedingt verhindern. Sie misstrauen der Sicherheit und den Kosten.

Urs Brüschweiler
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Sie kämpfen gegen den Steg, der in der Münsterlinger Bucht hinter ihnen geplant ist: Anita Kuster, Markus Graf, Gudrun Heck, Jakob Kuster, Mario Cattarozzi, Ernst Oderbolz und Hansjörg Keller. (Bild: Urs Brüschweiler)

Sie kämpfen gegen den Steg, der in der Münsterlinger Bucht hinter ihnen geplant ist: Anita Kuster, Markus Graf, Gudrun Heck, Jakob Kuster, Mario Cattarozzi, Ernst Oderbolz und Hansjörg Keller. (Bild: Urs Brüschweiler)

«Wir wollen lieber keinen Hafen, als so etwas», sagt Hansjörg Keller. Mit einer Gruppe Gleichgesinnter möchte er verhindern, dass die Münsterlinger am 19. November grünes Licht geben für den Bau einer Steganlage mit Wellenbrecher. Sie lassen kein gutes Haar an der geplanten schwimmenden Hafenanlage, welche für knapp neun Millionen Franken in der Münsterlinger Bucht entstehen soll. Die Hauptargumente beziehen sich auf die Sicherheit. Trotz der ausdrücklichen Versicherung von Planern und Gemeinde, dass der lange Pier mit den 174 Bootsplätzen auch Wind, Wetter und hohen Wellen standhalten kann, glauben sie an ein hohes Risiko für die Schiffe. «Wir wissen, was auf dem See läuft», sagt Jakob Kuster. «Auf diesem Steg wären Menschen und Boote in Gefahr.» Der Wellenbrecher würde heftigem Sturm nicht widerstehen. Auch ist er sich sicher, dass der Steg bei Hochwasser teilweise überschwemmt würde.

Zug ist noch nicht abgefahren

Bemängelt wird an dem Projekt zudem, dass der lange Steg ohne Geländer realisiert werden soll. Die Gruppe will in der Münsterlinger Bucht viel lieber einen sicheren Naturhafen. Sie sind sich sicher, dass dieser Zug noch nicht abgefahren sei. Dies obwohl die Gemeindeversammlung sich im Januar 2012 explizit für die Projektierung einer Steganlage und gegen einen Hafen ausgesprochen hatte. «Den Stimmbürgern wird jetzt eingeimpft, dass wenn dieses Projekt stirbt, es gar keinen Hafen gibt», sagt Hansjörg Keller. Daran glaubt die Gruppe aber nicht. Jakob Kuster hat eigene Berechnungen angestellt. Aufgrund von Offerten, welche er bei Unternehmen einholte, kam er zum Schluss, dass eine herkömmliche Hafenanlage für rund zwölf Millionen Franken zu haben sei. Und für die Steganlage reichten die knapp neun Millionen nicht aus. Sie würde laut den Berechnungen Kusters etwa 11,3 Millionen Franken kosten. «Im Prinzip sind ein Hafen und eine Steganlage gleich teuer.» Dem Hafen sei nie eine Chance gegeben worden.

Gegenprojekt ausgestellt

Mit Flugblättern will die Gruppe bis zur Abstimmung in einer knappen Woche noch versuchen, den Baukredit für den Steg zu verhindern. Im Café Bürgi möchten sie gerne ein Modell ausstellen, welches die beiden Varianten – Steg und Hafen – gegenüberstellt.

Der Münsterlinger Gemeinderat möchte zu den Ausführungen der Gruppe keine Stellung mehr nehmen. Man verweist darauf, dass das Steg-Projekt im Gemeindehaus ausgestellt sei. Am Samstag erteilen die Planer zwischen 9 und 11.30 Uhr allen Interessierten Auskunft.