Sie will Karriere machen

SCHÖNENBERG. Valeria Rutishauser erreichte beim KV-Lehrabschluss die Note 5,7. Sie war auf ihrer Stufe die Beste des ganzen Kantons. Ob sie nach der BMS studieren will, ist sie sich noch nicht sicher. Aber eines weiss sie: «Ich will eine hohe Position.»

Andrea Kern
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Lernen im Freien: Nach den Sommerferien beginnt Valeria Rutishauser die Berufsmittelschule. (Bild: Andrea Kern)

Lernen im Freien: Nach den Sommerferien beginnt Valeria Rutishauser die Berufsmittelschule. (Bild: Andrea Kern)

Dass sie gerade so gut abschneiden werde, habe sie nicht erwartet. «Aber ich habe schon mit einem Diplom gerechnet, das erhält man ab einer Note von 5,3», sagt Valeria Rutishauser. «Denn ich wollte gut sein.» Die 18jährige KV-Absolventin war sogar um einiges besser: Mit der Note 5,7 schnitt sie im E-Profil – E für erweiterte Grundbildung – als beste des Kantons ab.

Blumen vom Lehrmeister

Sie sehe sich aber überhaupt nicht als Streber. «Ich bin ganz normal», sagt Valeria Rutishauser und lacht. Sie gehe gerne mit Freundinnen weg, zum Beispiel ins Zumba, eine Mischform von Aerobic und Salsa, in den Ausgang oder auch Kleider shoppen.

Auch innerhalb der Klasse habe sie ein gutes Verhältnis zu den Mitschülern gehabt und wurde weder als Sonderling ausgegrenzt, noch wegen der guten Noten ausgenutzt. «Das ist heute doch nicht mehr so.» Im Gegenteil hätten sich ihre Freundinnen für ihren Erfolg gefreut. «Und damit wir den Kontakt zueinander nicht verlieren, gründeten wir als Klasse eine Facebook-Gruppe. Nun möchten wir in Zukunft regelmässig Ausflüge organisieren.» Auch ihr Lehrmeister freute sich über das Resultat und beschenkte sie mit einem Blumenstrauss. Zudem erhielt sie von ihrem Lehrbetrieb, der Lista AG in Erlen, einen Weiterbildungsgutschein.

Lernen einteilen

Trotzdem weiss Valeria Rutishauser Tips und Tricks, wie das Lernen vereinfacht werden kann. Denn es sei nicht so, dass ihr immer alles in den Schoss gefallen sei. «Aber ich bin schon immer gerne in die Schule gegangen, und ich habe als Kind gerne Hausaufgaben gemacht», erinnert sie sich. «Wenn ich etwas machen muss, dann gehört das einfach dazu.» Dadurch sei es für sie selbstverständlich gewesen, sich das Lernen einzuteilen, damit sie nicht die ganze Menge am Schluss zu bewältigen hatte. «Ich fange immer so früh wie möglich an. Das hat mir viel gebracht.»

Diese Methode wird ihr auch in Zukunft nützlich sein. Nach den Sommerferien beginnt Valeria Rutishauser mit der Berufsmittelschule. Zu 20 Prozent wird sie bei ihrem bisherigen Arbeitgeber weiterarbeiten.

Englisch und Wirtschaft

Welche berufliche Richtung sie danach einschlagen wird, weiss Valeria Rutishauser, die ursprünglich die Kantonsschule besuchen wollte, noch nicht. Während der Lehre habe es ihr in allen Bereichen gut gefallen. Als ihre Lieblingsfächer in der Schule nennt sie Englisch und Wirtschaft. Vielleicht werde sie studieren, aber auch das sei noch nicht sicher. Doch etwas zeichne sich immer mehr ab: «Ich möchte in einem Geschäft eine höhere Position haben», sagt sie zu ihren Zukunftsvorstellungen. «Ich merke, dass ich bei Gruppenarbeiten gerne die Leitung übernehme.» Doch zunächst geniesst sie die vier Wochen Ferien, die ihr bevorstehen.