Sie waren die Champions

SITTERDORF. Bis am Ende verwandelte sich die Aula der Sekundarschule Bruggfeld geradezu in einen Rockpalast. Das Publikum und die jungen Bühnenstars feierten die Premiere der Musicalproduktion «We will rock you».

Claudia Gerrits
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Scaramouche (alias Jessica Kneubühler) und die Gaga-Girls, die so anders sind als sie. (Bild: Claudia Gerrits)

Scaramouche (alias Jessica Kneubühler) und die Gaga-Girls, die so anders sind als sie. (Bild: Claudia Gerrits)

Rhythmisches Jubelgeschrei drang noch aus den Garderoben, während sich die vorher vollbesetzte Eingangshalle im Bruggfeld nach der Premiere am Freitagabend wieder leerte. Fast drei Stunden lang hatten um die hundert junge Mitwirkende auf und hinter der Bühne das Publikum mit ihrer Aufführung des Queen-Musicals mit- und am Ende zu stehenden Ovationen hingerissen. «Es war der Hammer», brachte es ein Besucher auf den Punkt. Es sei immer wieder berührend, dass man Jugendliche gerade in diesem Alter dazu bringen kann, mit so viel Begeisterung auf der Bühne zu stehen, zu singen und damit auch viel von sich preiszugeben, meinte eine Besucherin.

Traum von Freiheit

25 Hits der legendären Queen sind im Musical verwoben. Es ist 2048 auf dem Planeten e.bay, wie die Erde inzwischen heisst, und der von Globalsoft unter der Leitung der Killer Queen diktatorisch regiert wird. Alle Menschen sind gleichgeschaltet. Sie hören computererzeugte «GaGa-Musik». «Richtige», handgemachte Musik ist verboten und in Vergessenheit geraten. Doch eine Gruppe Jugendlicher, die sich «Bohemians» nennen, rebelliert, kämpft für die Freiheit der Musik, der Gedanken. Sie glauben daran, dass noch irgendwo auf e.bay Instrumente existieren. Der Träumer Galileo und die Aussenseiterin Scaramouche sind die letzte Hoffnung.

Ob als Galileo, Scaramouche, Killer Queen, Kashoggi oder eine andere der acht Hauptfiguren, ob als punkige Bohemians, brav gewandete Gaga-Kids oder futuristisch anmutende Super Yuppies, die jungen Bühnenstars beeindruckten sowohl musikalisch als auch schauspielerisch und tänzerisch. Ihre Interpretation amüsierte durch witzige Aspekte, regte aber auch mit zeitkritischen Anspielungen zum Nachdenken an.

Eindrücklich, mit welcher Selbstverständlichkeit die jungen Interpreten die doch oft anspruchsvollen Melodien und Texte der Queen-Songs solo, im Duett oder im Chor zum besten gaben. Bei manchen Liedern wie «I want it all» oder «We are the Champions» stimmte auch das Publikum mit ein.

«Wieder eine Traumrolle»

Strahlende Gesichter waren bei den jungen Bühnenstars schon in der Pause zu sehen. Zum drittenmal spielt Nicolo Soller eine Hauptrolle, diesmal schlüpft er überzeugend in die Haut des Träumers Galileo. «Wieder eine Traumrolle», sagt er. Dreimal habe er sich das Musical in Zürich angeschaut, erzählt er. Dreimal schon hat auch Jessica Kneubühler in Musicals mitgespielt. «Als Scaramouche habe ich jedoch die erste Hauptrolle.» Am Anfang sei sie schrecklich nervös gewesen, doch die Anspannung hat sich sehr schnell gelegt. «Jetzt bin ich im Element, es macht Megaspass.»

Ein rundes Ganzes

Mit packendem Sound brillierte ebenso die siebenköpfige Liveband, die diesmal verdeckt auf einer Galerie im Hintergrund der Bühne ihren Platz hatte. Vom gleichen Ort aus, unsichtbar fürs das Publikum, für die Protagonisten auf der Bühne über einen Bildschirm in Kontakt, dirigierte der musikalische und künstlerische Leiter Oliver Hauser das Bühnengeschehen. Die aufwendige, phantasievolle Kostümierung und Schminke, eine geradezu professionelle Bühnenausstattung und Lichttechnik rundeten das Ganze zu einem Bühnenspektakel, das mit der «Bohemian Rhapsody» ein fulminantes Ende fand und das Publikum schliesslich wieder in die wahre Welt der Musik zurückführte.

Aufführungsdaten: 9., 10., 12. und 13. Juni, 19.30 Uhr, Sekundarschule Bruggfeld. An der Abendkasse sind jeweils neben Stehplätzen noch 40 Sitzplätze erhältlich.

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