«Sie war eine meiner Heldinnen in der Kindheit»

Interview mit der kleinen Hexe

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Camilla Gomes dos Santos spielt am Sonntag auf der Pentorama-Bühne «Die kleine Hexe». (Bild: PD)

Camilla Gomes dos Santos spielt am Sonntag auf der Pentorama-Bühne «Die kleine Hexe». (Bild: PD)

Camilla Gomes dos Santos, Sie spielen diesen Sonntag im Pentorama im Kindermusical «Die kleine Hexe» deren Rolle. Wann haben Sie zum ersten Mal von der kleinen Hexe gehört?

In der Primarschule. Die Geschichte dieser schrillen Figur und die Buchillustrationen haben mich schon damals fasziniert.

Wie leicht fällt es Ihnen, in diese Rolle zu schlüpfen?

Die kleine Hexe war eine meiner Heldinnen in der Kindheit. Es fiel mir nicht schwer, in ihre Haut zu schlüpfen.

Wie stark können Sie sich mit der Rolle identifizieren? Konnten Sie sich bei der Ausgestaltung der Figur einbringen?

Die kleine Hexe wird mit Themen konfrontiert, die uns allen bekannt sind. Darum berührt dieser Kinderbuchklassiker nach wie vor. Sie wird nicht ernst genommen, kämpft um ihre Anerkennung und will dazugehören. Die Geschichte befasst sich ausserdem mit der Frage: Was ist eine gute oder böse Tat? Regisseur Matthias Keilich liess uns Schauspielern viel Freiraum bei der Rollengestaltung, und wir durften viel einbringen.

Was mögen Sie an der kleinen Hexe besonders?

Ihren Humor, ihren Ehrgeiz und dass sie ein grosser Kindskopf ist. Sie sieht die Welt trotz ihrer 127 Jahre immer noch mit Kinderaugen. Ganz besonders mag ich ihren Mut, den eigenen Weg zu gehen. Sie folgt ihrem Herzen und lässt sich nicht in ihren Vorhaben aufhalten.

Kinder sind ein sehr kritisches Publikum. Haben Sie Respekt vor der Aufführung eines Kindermusicals?

Es ist eine spannende Herausforderung, vor Kindern zu spielen. Sie sind ein wunderbares und ehrliches Publikum. Ich lerne nach wie vor viel von ihren Reaktionen, und sie fordern mich auf, für jede Aufführung frisch und offen zu bleiben.

Die kleine Hexe ist ein sehr bekanntes Kinderbuch. Wie gross ist die Erwartung des Publikums, dass die Figur ge- nau den Vorgaben entspricht?

Im Allgemeinen erlebe ich die Reaktionen vom Publikum auf die eigenen neuen Interpretationen zur Figur sehr positiv.

Seit der Premiere sind schon einige Aufführungen zu sehen gewesen. Hat sich die Figur im Laufe der Zeit verändert?

Mit jeder Aufführung wird die Rolle immer mehr verinnerlicht. Man bekommt auch Mut, etwas Neues auszuprobieren, und die Figur kann dadurch wachsen und reifen.

Was würden Sie heute, nachdem Sie mit den Aufführungen Erfahrungen gesammelt haben, anders machen?

Mit der Zeit spürt man, was funktioniert und was nicht. Ich habe ein paar neue Ideen für die Wiederaufnahmeproben im Herbst und freue mich auf den Austausch mit der Regie.

Sie haben schon etliche Rollen gespielt. Was war bisher die anspruchsvollste Rolle?

Jede Rolle ist auf ihre Art und Weise herausfordernd. Gewisse Figuren sind einem nahe und andere weniger. Als Schauspieler beginnt man immer wieder bei null und muss sich an jede Figur neu herantasten. Das ist auch das Schöne am Beruf.

Und welches Ihre liebste?

Ich mag eigentlich jede Rolle, da ich von allen viel lernen durfte. Mhmm, Jeléna Popówa aus dem Stück «Der Bär» von Anton Tschechow. (rk)