Sie sind sich in vielen Dingen einig

Bei der Podiumsveranstaltung in Bottighofen treffen die vier Kandidaten für das Kreuzlinger Schulpräsidium erstmals öffentlich aufeinander. In ihren Zielen, Ansichten und Herangehensweisen unterscheiden sie sich nicht gross.

Nicole D'orazio
Drucken
Teilen
Podium in Bottighofen: David Blatter, Silvano Castioni, Moderator und TZ-Redaktor Urs Brüschweiler, Michael Stahl und René Zweifel. (Bild: Reto Martin)

Podium in Bottighofen: David Blatter, Silvano Castioni, Moderator und TZ-Redaktor Urs Brüschweiler, Michael Stahl und René Zweifel. (Bild: Reto Martin)

BOTTIGHOFEN. Der Wahlkampf dauert noch knapp einen Monat. Am 8. März möchten David Blatter (48 Jahre/SVP), Silvano Castioni (52/SP), Michael Stahl (35/FDP, von der Partei nominiert) und René Zweifel (50/FDP, nicht nominiert) Nachfolger von Jürg Schenkel als Kreuzlinger Schulpräsident werden. Am Dienstagabend organisierte die Stimmbürgervereinigung Bottighofen eine Podiumsdiskussion.

Das Kennenlernen der Mitarbeiter wäre für alle die erste Amtshandlung. «Der Schulpräsident ist ein Coach, kein Diktator», sagt Stahl. Für Castioni stehen die Menschen im Vordergrund: «Auf einer Tour durch alle Schulen möchte ich zuerst ein Gefühl für alles bekommen.» Und Blatter versteht sich als Dienstleister, der Entscheidungen fällt. «Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt. Ich möchte alle Mitarbeiter kennenlernen, auf allen Stufen.» Für Zweifel wäre der Stellenantritt die kleinste Veränderung: «Ich müsste mein Büro wechseln. Seit zehn Jahren bin ich Schulleiter und kenne daher schon fast alle.»

Grosses Lob für Jürg Schenkel

Vieles anders machen als der jetzige Amtsinhaber will keiner. Alle loben die gute Arbeit von Schenkel und möchten diese fortsetzen und betonen, sich zuerst einarbeiten zu müssen. «Ich habe viel von Jürg Schenkel gelernt, bin aber eine andere Person», sagt Zweifel. «Mit der Stadt möchte ich einen gemeinsamen Weg finden.» Die heutige Qualität müsse erhalten bleiben, findet Stahl. «Ich könnte einen Neustart in der Zusammenarbeit mit der Stadt ermöglichen, da ich keine Vorgeschichte habe.» Er meint damit, dass Blatter derzeit noch Stadtrat ist, Castioni zehn Jahre Stadtschreiber war und Zweifel bereits für die Schule Kreuzlingen arbeitet.

Stadt soll Bad mitfinanzieren

Über die Zukunft des Hallenbads Egelsee, das der Sekundarschulgemeinde gehört, herrscht ebenfalls Einigkeit. «Die heutige Wasserfläche sollte beibehalten werden», meint Blatter. «Falls sich die Frage einer Sanierung stellt, sollten wir diese machen. Jedoch mit der Stadt zusammen.» Castioni stimmt ihm zu. «Es ist aber sicher nicht die Aufgabe der Schule, eine Sauna zu betreiben.» Auch Stahl möchte das Bad weiterführen. Sollten aber eines Tages Sparmassnahmen anstehen, würde er dieses gerne an die Stadt überschreiben. Zweifel sieht es gleich. «Das Bad darf nicht verrotten, wir müssen sinnvoll investieren.»

Das Pilotprojekt einer Tagesschule finden alle toll. «Das ist ein Thema, in das ich voll rein liegen würde», sagt Castioni. «Die Gesellschaft hat sich verändert, viele Frauen arbeiten heute mehr, deshalb sind solche Strukturen wichtig.» Stahl glaubt an grosses Potenzial in Kreuzlingen. Das Projekt werde von der Schule und der Stadt gemeinsam getragen, betont Blatter. «Im Sommer ist Start.» Zweifel findet, dass die Schule die gesellschaftlichen Veränderungen berücksichtigen muss. «Das ist ein Standortvorteil für Kreuzlingen.»

Die Finanzen stehen gut da. «Sollten wir einmal sparen müssen, dann sicher nicht beim Kerngeschäft der Schule», sagt Stahl. Gleich wie er denken auch die anderen ans Egelsee, die Büecherbrugg oder die Beiträge an die Sternwarte als Sparmöglichkeiten. «Das wird aber weh tun», meint Zweifel.

Lehrer kann guter Präsident sein

Moderator Urs Brüschweiler fühlt ihnen auch einzeln auf den Zahn. Dass ihn seine Partei in der Kandidatur nicht unterstützt, habe ihn enttäuscht, sagt Zweifel. «Doch damit muss ich leben und versuche es nun alleine.» Und dafür, dass man als Lehrer ein guter Schulpräsident sein könne, gebe es viele gute Beispiele, wie Andreas Wirth in Frauenfeld.

Mit 35 Jahren sei er für das Amt nicht zu jung, betont Stahl. «Ich durfte reichhaltige Erfahrungen sammeln, auch im Führen.» Als ehemaliger Stadtschreiber habe er keine schlechten Gefühle, wenn er an die Zusammenarbeit mit Stadtammann Andreas Netzle denke, sagt Castioni. «Ich kann auf Leute zugehen. Eine Zusammenarbeit könnte funktionieren, dafür braucht es aber zwei.» Vor zwei Jahren kündigte Blatter seinen Rücktritt als Stadtrat an. «Damals war nicht bekannt, dass Schenkel aufhört. Ich sagte, ich suche ein neues Tätigkeitsfeld. Das Schulpräsidium passt.»

Aktuelle Nachrichten