Sie schwimmen für Trinkwasser

Hundert Personen nahmen für einen guten Zweck an der Seeüberquerung von Ermatingen bis zur Insel Reichenau teil. Die Organisatoren vom Lions Club Mannenbach-Salenstein waren überwältigt.

Desirée Müller
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Die Teilnehmer der Seeüberquerung machen sich nach der Pause auf der Insel Reichenau bereit und schwimmen nach Ermatingen zurück. (Bild: Desirée Müller)

Die Teilnehmer der Seeüberquerung machen sich nach der Pause auf der Insel Reichenau bereit und schwimmen nach Ermatingen zurück. (Bild: Desirée Müller)

ERMATINGEN. Eugen Züllig steigt aus dem Wasser, atmet durch und schaut zurück zur Ermatinger Badi. Der 75jährige Kreuzlinger ist zufrieden. «Es ist ja kein Wettschwimmen, aber ich wollte nicht als Letzter auf der Reichenau ankommen», sagt er. Immerhin hat er fast 30 Schwimmer auf der 1,5 Kilometer langen Strecke abgehängt. Der Lions Club Mannenbach-Salenstein organisiert die Seeüberquerung zum ersten Mal und verfolgt dabei einen guten Zweck. «Jeder Teilnehmer bezahlte 20 Franken, welche wir an die Organisation <Viva con Aqua> weitergeben», erzählt Lions-Mitglied Pascal Kübler. «Wir schwimmen durch sauberes Trinkwasser, und Menschen in Afrika müssen kilometerweit gehen für einen Schluck Wasser. Daher entschieden wir uns, <Viva con Aqua> zu unterstützen. Das Ziel der Organisation heisst: Wasser für alle. Das schien uns als Club am See passend», ergänzt OK-Präsident Christian Wellauer.

Der Schnellste hat 24 Minuten

Die hundert Teilnehmer des Charity Events «Swim4CleanWater» trafen in unterschiedlichen Abständen auf der Insel Reichenau ein. Triathlet Roger Bommer erreicht als Erster nach 24 Minuten das Ziel. «Ich nehme an der Seeüberquerung teil, da ich das Projekt toll finde und die Organisation unterstützen möchte», sagt er. Für den geübten Schwimmer stand der Ehrgeiz hinten an. «Morgen habe ich wieder einen Wettkampf, heute geht es nur um den Spass», versichert er und gönnt sich eine Tasse Bouillon. Der 13jährige Dariell Heim lag Roger Bommer dicht auf den Fersen und trifft kurz nach ihm ein. Entspannt setzt er sich auf eine Bank. «Mir kam die Strecke echt lang vor, obwohl wir im Training um die fünf Kilometer schwimmen», erzählt er. Für Jana Frefel aus Frauenfeld war es das erste Mal, dass sie durch offenes Gewässer schwamm. «Es fühlte sich anfangs ganz schön unheimlich an, den Boden nicht zu sehen», erzählt die 18-Jährige. «Es war aber ein cooles Erlebnis. Und für eine gute Sache zu schwimmen, ist umso schöner.»

Wellauer hält Ausschau nach den letzten Schwimmern. Der OK-Chef ist überwältigt. «Wir erhofften uns 60 Teilnehmer. Nun sind effektiv hundert Menschen gekommen. Das ist phantastisch.» Es funktionierte auch alles wunderbar. Besonderer Dank gelte den Helfern der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft sowie dem Aufgebot der schweizerischen und deutschen Seepolizei. Grund genug, «Swim4CleanWater» nächstes Jahr wieder zu organisieren.

Organisation ist dankbar

Nach einer Erholungspause machten sich die Schwimmer auf den Rückweg zur Badi Ermatingen. Tugce Dumanli erwartete die Teilnehmer bereits. Sie gehört zum Viva-con-Aqua-Team und ist begeistert. «Es freut uns unglaublich, wenn Organisationen auf uns zukommen und uns unterstützen möchten.»