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Fabienne Brandenberger-Amrhein (CVP), Ueli Fisch (GLP), Sepp Rüegg (SVP), und Emanuel Greminger (FDP): Die Märstetter Parteipräsidenten beziehen Position im Vorfeld der Gesamterneuerungswahl der Exekutive.

Mario Testa
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Die Märstetter Parteipräsidenten diskutieren die Ausgangslage der Wahlen: Fabienne Brandenberger-Amrhein (CVP), Ueli Fisch (GLP), Sepp Rüegg (SVP) und Emanuel Greminger (FDP). (Bild: Mario Testa)

Die Märstetter Parteipräsidenten diskutieren die Ausgangslage der Wahlen: Fabienne Brandenberger-Amrhein (CVP), Ueli Fisch (GLP), Sepp Rüegg (SVP) und Emanuel Greminger (FDP). (Bild: Mario Testa)

Wie beurteilen Sie die Arbeit des Märstetter Gemeinderats?

Fabienne Brandenberger: Ich finde, er macht eine gute Arbeit. Aber es gibt Verbesserungspotenzial, beispielsweise im Bauressort.

Emanuel Greminger: Der Gemeinderat hatte etwas Anlaufschwierigkeiten. Aber nun funktioniert er und macht sehr vieles gut. Das muss auch einmal gesagt werden. Aber ich finde auch, im Bauressort gibt es Probleme.

Sepp Rüegg: Es hat Phasen gegeben, da war die Arbeit des Gemeinderats etwas harzig. Aber in letzter Zeit ist es auch im Kollegium deutlich besser geworden.

Ueli Fisch: Der Gemeinderat arbeitet grundsätzlich gut. Die Mitglieder investieren alle viel Zeit. Bauchef Ivo Zosso ist meiner Meinung nach überfordert und die Zusammenarbeit im Rat könnte sicherlich besser sein.

Am 30. November stehen sieben Kandidaten für die sechs Sitze zur Wahl. Welche Zusammensetzung bevorzugen Sie?

Rüegg: Die Mitgliederversammlungen der SVP, FDP und CVP haben beschlossen, dass wir die vier neuen Kandidaten und die beiden Bisherigen Franz Meier und Nathanael Huwiler zur Wahl empfehlen.

Brandenberger: Wir haben mit allen neuen Kandidaten Gespräche geführt. Sie sind motiviert und sehr gut informiert über das Geschehen in der Gemeinde. Wir haben auch noch andere Personen angesprochen und Absagen erhalten. Aber Sandro Marazzi, Susanne Vaccari-Ruch, Diana Manser und Guido Stadelmann treten mit Freude an, es sind gute Kandidaten.

Fisch: Ich habe innerhalb der GLP auch gesucht, aber keine Kandidaten gefunden. Wir sind noch zu klein in Märstetten. Ich schliesse mich daher bezüglich Zusammensetzung des Gemeinderats meinen Vorrednern an.

Brandenberger: Wichtig finde ich auch: Eine Gemeinderatswahl ist keine Parteiwahl – hier geht es um Personen. Die Parteizugehörigkeit ist Nebensache. Hauptsache, die Zusammenarbeit im Rat funktioniert und es sind fähige und engagierte Leute.

Hat jemand von Ihnen mit Ivo Zosso gesprochen und ihm erklärt, weshalb Sie ihn nicht mehr im Gemeinderat wollen?

Rüegg: Ich denke, unsere Wahlempfehlung für vier neue und nur zwei der drei bisherigen Gemeinderäte ist legitim. So haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger jetzt auch eine echte Wahl. Aber mit Ivo Zosso persönlich gesprochen haben wir nicht. Wir haben ihn aber auch ans Podium eingeladen. Am Ende entscheidet der Stimmbürger.

Wie beurteilen Sie die Arbeit des amtierenden Gemeindeammanns Jürg Schumacher?

Rüegg: Er hat vieles gut gemacht. Manchmal hat er vielleicht die Prioritäten nicht richtig gesetzt oder seine Führungsfunktion nicht so wahrgenommen. Aber er ist sicher die bessere Wahl als Herausforderer Bruno Braun.

Greminger: Ich verstehe die teilweise geäusserte Fundamentalkritik an Jürg Schumacher nicht. Sein Leistungsausweis ist da. Natürlich trägt auch er Verantwortung für die Probleme im Hochbau, aber man darf nicht vergessen: Märstetten steht finanziell sehr gut da, die Steuern sind niedrig und die Infrastruktur ist gut. Das ist auch sein Verdienst.

Fisch: Diese Haltung von FDP und SVP verwundert mich. Weshalb habt ihr denn einen Gegenkandidaten gesucht?

Greminger: Ich muss das richtigstellen: Obwohl es in unserer Partei auch einige unzufriedene Mitglieder gibt, haben wir nie aktiv nach einem Gegenkandidaten gesucht. Andererseits war klar, dass man eine allfällige Gegenkandidatur prüfen würde. Aber wir wollen keine Experimente mit einem Kandidaten, der alles umkrempeln will, ohne dabei über die nötige spezifische Erfahrung zu verfügen. Leer einlegen bringt gar nichts.

Fisch: Ich will trotzdem für Bruno Braun eine Lanze brechen. Wir kennen uns persönlich und ich bin mir sicher, er könnte mit seinem grossen Erfahrungsschatz aus der Berufswelt das Amt gut meistern. Zudem ist er absolut unabhängig. Er will und soll sich auch Gedanken zu Fusionen oder der Reduktion des Gemeindeammann-Pensums machen.

Brandenberger: CVP, FDP und SVP haben bei der Gemeindeammannwahl Stimmfreigabe beschlossen. Aus meiner Sicht gibt es auch folgendes abzuwägen: Durch die Abgänge im Gemeinderat geht einiges an Know-how verloren. Deshalb kann man sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, an die Spitze der Gemeinde eine neue Person zu wählen, die zudem lediglich für vier Jahre zur Verfügung steht.