Sie kümmern sich ums Akkordeon

Am Sonntag treffen sich 250 Delegierte von Akkordeon Schweiz in Kreuzlingen. Dafür sorgen Petra und Rolf Rindlisbacher: Sie ist Präsidentin des hiesigen Handharmonika-Clubs, er Vizepräsident des eidgenössischen Verbandes.

Urs Brüschweiler
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Rolf und Petra Rindlisbacher sitzen mit Akkordeon auf der Schaukel in ihrem Garten. (Bild: Donato Caspari)

Rolf und Petra Rindlisbacher sitzen mit Akkordeon auf der Schaukel in ihrem Garten. (Bild: Donato Caspari)

KREUZLINGEN. Kreuzlingen wird zum Nabel der Akkordeon-Welt – oder zumindest der Akkordeon-Schweiz. Am Sonntag findet im Dreispitz die Delegiertenversammlung von Akkordeon Schweiz statt. «Dass wir den Zuschlag erhielten, dafür war sogar eine Kampfwahl nötig», erzählt Petra Rindlisbacher. Die Präsidentin des Kreuzlinger Handharmonika-Clubs bewarb sich an der letzten DV um die Durchführung der diesjährigen Veranstaltung. «Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen», sagt Petra Rindlisbacher. Der Handharmonika Club Kreuzlingen hat derzeit nämlich nur gerade acht Mitglieder. Unterstützt wird er deshalb bei der Arbeit durch den Gemischten Chor Emmishofen.

Auftritt vor dem Fachpublikum

Für die rund 250 Abgesandten aus der ganzen Deutschschweiz, die 103 Vereine und etwa 1900 Akkordeonspieler vertreten, müssen die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und das Mittagessen organisiert werden. Ein Konzert dürfen die Kreuzlinger Akkordeonspieler im Dreispitz-Saal auch noch geben. «Ein solch ausgewiesenes Fachpublikum haben wir selten. Das ist ein schöner Ansporn», beschreibt Petra Rindlisbacher ihre Vorfreude. «Wir möchten mit der Durchführung der Delegiertenversammlung auch etwas Werbung für Kreuzlingen machen.»

Die Stadt ist in der Akkordeon-Szene ein wichtiger Ort. Dafür sorgt auch Petras Mann Rolf Rindlisbacher, er ist derzeit als Vizepräsident oberster Chef im Verband. Seit letztes Jahr der Präsident verstorben ist, leitet er den Zentralvorstand interimistisch. Rindlisbacher ist auch Präsident des Ostschweizer Verbandes und war 2011 massgeblich beteiligt an der Durchführung des Ostschweizer Akkordeon-Musiktreffens in Kreuzlingen.

Der Präsident spielt selber nicht

Dass der Architekt und SVP-Gemeinderat im Akkordeon-Verband überhaupt mitmacht, ist nicht selbstverständlich. Selber spielt er das Instrument nämlich gar nicht, sondern Klavier. «Du bist schuld», sagt er dann jeweils zu seiner Frau. «Aber er war auch schnell begeistert», kontert diese. Vor 16 Jahren hat Rolf Rindlisbacher das erste Mal mit seinem Keyboard bei einem Konzert ausgeholfen. Mittlerweile dirigiert er sogar selber zwei Akkordeonorchester, allerdings in Konstanz.

Wenn am Sonntag die Delegierten einen neuen Verbandspräsidenten suchen, will der Vize aber nicht zuvorderst stehen. «Das ist keine Frage. Ich würde den Anforderungen gar nicht genügen. Mir ist ganz wohl als Vize.» In diesem Jahr wird das Präsidium wohl vakant bleiben, für 2015 habe er aber Aussicht auf einen guten Kandidaten.

Nicht nur beim nationalen Verband, sondern auch an der Basis kämpft man mit Nachwuchssorgen. «Das Akkordeon ist nicht die Nummer 1 unter den Instrumenten. Das muss man schon zugeben», sagt Rolf Rindlisbacher. «Wir sind froh um jedes Mitglied», ergänzt seine Frau. Dabei sei es ein vielseitiges, wenn auch technisch anspruchsvolles Instrument. «Du kannst damit alles spielen, von Klassik über Modernes bis zur Volksmusik. Wir haben auch schon Hardrock gespielt.»