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Sie holt den Preis als erste Frau

Die Uttwilerin Andrea Röst ist Oberthurgauerin des Jahres 2014. Die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau würdigt damit das Engagement der 53-Jährigen zugunsten des Kinos Roxy in Romanshorn und der Uttwiler Meisterkurse.
Markus Schoch
Sie hat im Moment mit den Uttwiler Meisterkursen alle Hände voll zu tun: Andrea Röst wird für ihr kulturelles Engagement von der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau geehrt. (Bild: Nana do Carmo)

Sie hat im Moment mit den Uttwiler Meisterkursen alle Hände voll zu tun: Andrea Röst wird für ihr kulturelles Engagement von der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau geehrt. (Bild: Nana do Carmo)

UTTWIL. Andrea Röst hatte gestern kaum Zeit, die Gratulationen entgegenzunehmen und auf Fragen zu antworten. Sie hat im Moment alle Hände voll zu tun bei den Uttwiler Meisterkursen, die diese Woche laufen. Röst ist eine der vier Frauen, die den Anlass vor sieben Jahren auf die Beine stellten. Sie selber ist zuständig für die Organisation, führt die Geschäfte und ist während des Anlasses «für 1001 Wünsche und Sorgen» zuständig, wie Röst selber sagt.

Unter anderem für dieses grosse Engagement zeichnet sie die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau mit dem Titel «Oberthurgauer des Jahres» aus, der seit zwölf Jahren vergeben wird. Röst ist die erste Frau überhaupt, die ihn trägt.

Internationale Ausstrahlung

«Die Meisterkurse in Uttwil haben nebst einer regionalen auch eine nationale und internationale Ausstrahlung», begründet die Regionalplanungsgruppe ihren gestern bekannt gegebenen Entscheid. Während der Meisterkurse könnten Talente aus aller Welt bei bekannten Musikern Instrumental-Unterricht nehmen. Die Stunden sind öffentlich, daneben gibt es auch Konzerte. Die Meisterkurse knüpfen an die lange kulturelle Tradition von Uttwil an.

Beeindruckt zeigte sich die Regionalplanungsgruppe vor allem auch von Rösts Einsatz für eine lebendige Kinokultur in Romanshorn. Die 53jährige Uttwilerin war als Programmiererin eine der treibenden Kräfte in der IG Feines Kino, die ab 2001 während zehn Jahren Filme aus aller Welt in Originalsprache in die Hafenstadt brachte.

Möglich war das dank des Entgegenkommens der Betreiber des damaligen Kinos «Modern», die den Filmfreunden ein Fenster boten – und so manches Mal ein volles Haus hatten. Die Zusammenarbeit endete 2011 abrupt nach Meinungsverschiedenheiten. Die IG wich in die Kantonsschule aus, organisierte sich neu als Verein und übernahm mit Röst als Präsidentin das Kino im Dezember 2012, nachdem die Stadt als Besitzerin der Liegenschaft den früheren Mietern den Vertrag gekündigt hatte.

Dem in der Bevölkerung breit abgestützten Verein trauten die Verantwortlichen im Stadthaus eher zu, den unausweichlichen Sprung ins digitale Zeitalter zu schaffen.

Erwartungen nicht enttäuscht

Die Filmfreunde enttäuschten diese Erwartungen nicht. Sie konnten breite Kreise für das Projekt begeistern und viel Geld auftreiben für die nötigen Investitionen in die technischen Anlagen, die jetzt auf dem neusten Stand sind.

Bei der Neueröffnung des Kinos unter dem Namen «Roxy» im Frühling des letzten Jahres gab es dafür langen Applaus – ganz besonders auch für Röst. Das Wagnis habe sich gelohnt, zog Stadtammann David H. Bon diesen Frühling an der Jahresversammlung des Vereins Bilanz. «Es ist ein Glück, dass wir das Kino Roxy haben. Es hat Ausstrahlung, trägt zum urbanen Flair von Romanshorn bei und macht allen Freude.»

Röst zieht mittlerweile wieder im Hintergrund die Fäden. Seit Anfang Jahr führt sie die Geschäfte des Vereins und bemüht sich mit Erfolg darum, das «Roxy» zu einem kulturellen Treffpunkt zu machen, wo Regisseure und Künstler eine Bühne haben und Diskussionen zu aktuellen Themen möglich sind.

Das Konzept geht auf. Rund 50 Personen besuchen im Schnitt die Film-Vorstellungen, die Zahl der Vereinsmitglieder steigt und steigt. Im Moment sind es über 550. Das «Roxy» sei zu einer «kulturellen Perle im Oberthurgau» geworden, freute sich Vereinspräsidentin Vreni Schawalder im April.

Grosse Wertschätzung

Die Auszeichnung als Oberthurgauerin des Jahres sei eine «grosse Wertschätzung für das Kino und die Uttwiler Meisterkurse samt der damit verbundenen Arbeit – von mir und allen Helfenden der beiden Teams», sagt Röst.

Kultur sei unentbehrlich für das menschliche Sein. Sie sei alles, was der Mensch hervorbringe und pflege und was ihn nähre. «Deshalb ist es mir wichtig, dass Kultur nahe am Menschen ist, dort wo er lebt – im Oberthurgau beispielsweise.»

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