Sie halten den Saurer-Geist wach

ARBON. Im Saurer-Museum lässt sich die Geschichte einer langen Industrie-Epoche noch anfühlen. Der Trägerverein wird von der Oberthurgauer Regionalplanungsgruppe für sein Engagement ausgezeichnet – und kündigt Erweiterungspläne an.

Max Eichenberger
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Stephan Tobler, Präsident der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau, überreicht Ruedi Bär, dem Präsidenten des Vereins Saurer-Museum, den Check. Rechts RPO-Geschäftsführer Gilbert Piaser. (Bild: Max Eichenberger)

Stephan Tobler, Präsident der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau, überreicht Ruedi Bär, dem Präsidenten des Vereins Saurer-Museum, den Check. Rechts RPO-Geschäftsführer Gilbert Piaser. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. «Als Thurgauer sind wir stolz auf den Namen Saurer», sagt Bruno Lüscher, der dem rührigen Verein Saurer-Museum nicht nur als Grossratspräsident Anerkennung zollt, sondern auch die Gratulation des Regierungsrates überbringt. Als Seebube (und gebürtiger Staader) verbinden den Aadorfer Gemeindeammann lebhafte Erinnerungen mit Saurer und dem klingenden Namen des Unternehmens.

Garant für Zuverlässigkeit

«Saurer – das war der Inbegriff und Garant für Zuverlässigkeit», trägt Lüscher das Bild der Postautos immer noch in sich. Die Firma habe Meilensteine in der Entwicklung in den Sparten Nutzfahrzeuge und Textilmaschinen gesetzt. Davon und vom industriellen Glanz, der über hundert Jahre von der Arboner Saurer ausgegangen war, lege das Museum Zeugnis ab – auch wenn es die alte grosse Weltfirma nicht mehr gibt.

«Unschätzbarer Wert»

Die Leistung der Museumsmacher, die Geschichte der bedeutungsvollen industriellen Epoche wachzuhalten, sei daher «von unschätzbarem Wert». Hinter dem Aufbau des Museums steckten Leidenschaft und Enthusiasmus. Dies versprühten auch die 50 freiwilligen Mitarbeiter des Vereins Saurer-Museum – «alles fleissige Idealisten». Indem es die Industrie- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt Arbon und des ganzen Oberthurgaus lebendig erhalte, stifte das Museum für die Region auch ein Stück Identität, würdigt Stephan Tobler, Präsident der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau (RPO), den Stellenwert des Museums. Für diese Leistung hat die RPO das Engagement des Vereins und seiner Mitglieder mit der Auszeichnung «Oberthurgauer des Jahres» gewürdigt.

Prägende Beziehungen

An einer Feier am Freitagabend erhielt Museumspräsident Ruedi Bär aus den Händen von Stephan Tobler die Anerkennungsurkunde und einen Check über 5000 Franken. Stadtammann Andreas Balg hat in seinem ersten Amtsjahr fast permanent erfahren, wie vielfältig, wie prägend und auch emotional die persönlichen Beziehungen vieler Mitbürger zur Firma Saurer und deren Vergangenheit sind. Ob er Jubilaren bei hohen Geburtstagen einen Blumenstrauss übergeben darf oder man die Tränen sieht in den Gesichtern betroffener Menschen bei Ereignissen wie dem verheerenden Brand vom Sommer 2012. Auch in Gesprächen komme immer wieder zum Ausdruck, wie viele Arboner eine direkte Verbindung zu Saurer haben oder hatten. «Man hat mir Saurer gelebt und gelitten.»

Stark verankert

Der Preis erfülle ihn stellvertretend für alle, die für das Museum arbeiten und ihr Herzblut vergiessen, mit Stolz, sagt ein gerührter Ruedi Bär. Die Zahl von 650 Mitgliedern zeige, wie stark der Verein Saurer-Museum verankert ist und wie breit der Museumsauftrag getragen wird. Seit 2010 gibt es das Museum am jetzigen Standort im ehemaligen Werk 1 neben der «Wunderbar».