Sie flattern harmonisch im Wind

Die Gemeinde Sulgen hat in die neue Beflaggung ihrer Dörfer über 20 000 Franken investiert. Die Fahnen zeigen das Gemeinde-, Kantons- und Staatswappen. Auf die Anschaffung von Europafahnen hat der Gemeinderat verzichtet.

Georg Stelzner
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Gemeinde, Kanton, Land: Die neuen Fahnen bei der Einmündung der Bahnhofstrasse in die Hauptstrasse. (Bild: Georg Stelzner)

Gemeinde, Kanton, Land: Die neuen Fahnen bei der Einmündung der Bahnhofstrasse in die Hauptstrasse. (Bild: Georg Stelzner)

SULGEN. «Die bisherigen Fahnen waren schon sehr alt und vom Wetter in Mitleidenschaft gezogen», erklärt Gemeindepräsident Andreas Opprecht. Ein Grund für die Neuanschaffung sei auch gewesen, dass die alten Fahnen keinen zeitgemässen Auftritt mehr ermöglicht hätten. Die Kosten für die neue Beflaggung beziffert Opprecht mit circa 24 000 Franken. In diesem Betrag inbegriffen seien auch alle neuen Befestigungen und teilweise auch neue Fahnenstangen. Den Auftrag zur Lieferung hatte die Firma Fahnen-Center in Weinfelden erhalten.

Modernes Design gewählt

Wie der Gemeindepräsident zufrieden feststellt, finden die neuen Fahnen mit dem Format 300 mal 80 cm in der Bevölkerung grossen Anklang. «Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat haben viele positive Reaktionen erhalten, und mir persönlich gefallen die neuen Fahnen ebenfalls sehr gut.»

Laut Opprecht sind im Rahmen der Evaluierung verschiedene Muster begutachtet worden. «Bei der Gestaltung hat sich der Gemeinderat für ein modernes Design mit Streifensujet entschieden, wobei das Wappen dennoch auf den ersten Blick erkennbar sein soll», führt Opprecht aus. Ein wichtiger Punkt sei auch das Material gewesen. Diesbezüglich habe man auf eine gute Qualität Wert gelegt und sich für wetterfestes Gewebepolyester entschieden.

Für besondere Anlässe

Nichts ändern soll sich beim Gebrauch der Fahnen. In dieser Hinsicht wird sich der Gemeinderat an den bisherigen Gepflogenheiten orientieren, wie Opprecht bestätigt. «Die Fahnen werden über den 1. August sowie bei besonderen Anlässen wie dem Dorffest aufgezogen», erklärt der Gemeindepräsident. Die Beflaggung müsse nicht zwingend flächendeckend sein. Bei einer besonderen Veranstaltung könne sich dieser Brauch auch auf ein einzelnes Dorf oder einen bestimmten Standort wie das Areal des Auholzsaals beschränken.

Lebensdauer bis 15 Jahre

Der Gemeinderat geht nach den Worten Opprechts davon aus, die neuen Fahnen zehn bis 15 Jahre verwenden zu können. Diese Lebensdauer beziehe sich auf jene Fahnen, die nicht dauernd oder über einen langen Zeitraum den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Bei Exemplaren wie jenen vor dem Sulger Gemeindehaus, die häufiger und länger aufgezogen werden, reduziere sich die Lebensdauer auf zwei bis drei Jahre.

Grundsätzlich befürwortet Sulgens Gemeindepräsident die Verwendung von Flaggen auf öffentlichem Grund. «Es gehört in unserem Land zur Tradition, die Gemeinde bei speziellen Gelegenheiten mit Fahnen zu schmücken und damit die besondere Bedeutung von Anlässen zum Ausdruck zu bringen», argumentiert Opprecht.

Provokation vermeiden

Ein Blick zurück in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass in Sulgen vor knapp 15 Jahren noch eine weitere Flagge zu sehen war: die blaue Europafahne mit den zwölf goldenen Sternen. Der Gemeinderat sah keine Veranlassung, auch solche Fahnen neu anzuschaffen. Opprecht gibt zu bedenken, dass die Europafahnen damals nicht von allen Einwohnern goutiert worden seien. Nachdem es wiederholt zu Beschädigungen gekommen sei, habe der damalige Gemeinderat auf eine Ersetzung verzichtet, um nicht Öl ins Feuer zu giessen.

Andreas Opprecht Gemeindepräsident von Sulgen (Bild: Reto Martin)

Andreas Opprecht Gemeindepräsident von Sulgen (Bild: Reto Martin)