Sie bringen Brachen zum Blühen

Die Hess-Investment-Gruppe kümmert sich um Immobilien, die auf den ersten Blick unattraktiv sind. So entstehen Einkaufszentren, Hotels und andere Gewerbebauten, ohne dafür neues Land zu verbrauchen.

Rita Kohn
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Ein starkes Team: Peter Lenz (Leiter F+R/Allgemeine Administration), Hermann Hess (Geschäftsführer und Alleinaktionär) und Klaus Morlock (Leiter Immobilien/Projektentwicklung). (Bild: Nana do Carmo)

Ein starkes Team: Peter Lenz (Leiter F+R/Allgemeine Administration), Hermann Hess (Geschäftsführer und Alleinaktionär) und Klaus Morlock (Leiter Immobilien/Projektentwicklung). (Bild: Nana do Carmo)

AMRISWIL. In Affoltern am Albis gibt es bald ein neues Hotel. Wo für andere nur eine Industriebrache war, sahen Hermann Hess und sein Team eine Chance für die Region. Die Umstrukturierung von problematischen Gewerbe-Immobilien ist das Kerngeschäft der Hess-Investment-Gruppe, die ihren Sitz im Zentrum von Amriswil hat – direkt neben dem Amriville. Dort, wo einst die Textilfabrik der Familie Hess war, steht heute ein modernes Einkaufszentrum. Das Amriville gehört denn auch zu jenen Objekten, mit denen die Hess Investment bewiesen hat, dass sie ihre Ideen erfolgreich umzusetzen weiss.

«Wir entwickeln neue Gewerbeliegenschaften auf Land, auf dem schon gebaut wurde», erklärt Hermann Hess. Er leitet das Familienunternehmen bereits in fünfter Generation und ist heute Alleinaktionär der Firma.

Selber verwalten

Wo sich die Hess Investment um eine Industriebrache kümmert, entsteht in der Regel Gewerberaum, der von der Firma anschliessend selber verwaltet wird. «Wir möchten die Kommunikationswege möglichst kurz halten», sagt Hermann Hess. Deshalb winkt er auch ab, wenn ihm ein Verwaltungsmandat angeboten wird. Hess betont: «Wir bieten keine Dienstleistungen für Dritte an. Und wir handeln auch nicht mit Immobilien.»

Selten verlasse eine Gewerbeliegenschaft das eigene Portfolio. «Wir behalten die von uns entwickelten Immobilien in unserem Bestand.» Nur im Sinne einer Umschichtung werde ein Objekt aus dem eigenen Bestand verkauft. Dies, obwohl es für etliche Objekte durchaus Interessenten gäbe.

Vom Bodensee bis Berlin

Nach wie vor ist das Haupttätigkeitsgebiet der Hess Investment die Region zwischen Bodensee und Zürichsee. Allerdings gehören zum Immobilienbestand auch Objekte in Berlin. «Wir sind überzeugt, dass in der Hauptstadt von Deutschland Potenzial für Gewerbeliegenschaften vorhanden ist», sagt Hermann Hess. Dennoch soll die Investition in Berlin eher eine Ausnahme bleiben.

Dass zum Hess-Portfolio auch einige Liegenschaften an exklusiver Lage gehören, ist ein Überbleibsel aus jener Zeit, als die Textilfabrik Läden in der ganzen Schweiz unterhielt. Diese Liegenschaften bildeten denn nach dem Rückzug des Unternehmens aus der Textilindustrie auch die Grundlage für das neue Tätigkeitsgebiet.

Beteiligt an Bodenseeschifffahrt

Zur Investition in problematische Gewerbeliegenschaften gesellt sich noch eine «artfremde» Beteiligung: Die Beteiligung an der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt. Hier hat Hermann Hess mit seiner Firma Hand für eine Lösung geboten, als es um den Verkauf der Schifffahrt ins Ausland ging. Dass dies möglich geworden ist und auch andere Projekte, an die kaum jemand glaubte, mit Erfolg verwirklicht werden konnten, führt Klaus Morlock, Leiter Immobilien und Projektentwicklung bei der Hess-Investment-Gruppe darauf zurück, dass die Gruppe inhaber-geführt ist: «Wir müssen nicht erst Gremien überzeugen, sondern können direkt handeln.»

Das kommt besonders dann zum Tragen, wenn die Geschäftsleitung auf ein für sie interessantes Projekt stösst. «Wir halten den Markt im Auge und sehen uns auch einmal um, wenn wir in der Region eine interessante Liegenschaft entdecken», sagt Morlock. «Man muss kreativ sein und sich vorstellen können, was aus einer Liegenschaft entstehen könnte.» Objekte wie das Amriville oder das Ceha in Kreuzlingen sowie jährliche Investition von rund 15 Millionen Franken zeugen davon.

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