Sie brachen in Schulen ein

KREUZLINGEN. Die Polizei erhielt einen Tip. Über ein anonymes Handy versuchte ein Mann Kunden zu finden, um ihnen am Kreuzlinger Bahnhof günstige Laptops, Digitalkameras und andere Geräte zu verkaufen.

Urs Brüschweiler
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Kreuzlingen. Die Polizei erhielt einen Tip. Über ein anonymes Handy versuchte ein Mann Kunden zu finden, um ihnen am Kreuzlinger Bahnhof günstige Laptops, Digitalkameras und andere Geräte zu verkaufen. Nach einer verdeckten Ermittlung erhärtete sich der Verdacht der Gesetzeshüter; sie schlugen zu und verhafteten zwei Männer aus Moldawien. Das war im März 2010.

Die Waren, die sie verkaufen wollten, war die Beute von neun Einbruchdiebstählen im Kanton Thurgau, begangen alle innert eines Monats. Knapp 100 000 Franken war der Wert der gestohlenen Gegenstände. Bei ihren nächtlichen Diebestouren richteten sie Sachschaden von rund 60 000 Franken an. Eingedrungen waren die jungen Männer unter anderem auch in die Schulhäuser in Scherzingen, Lengwil, Alterswilen und Dozwil.

Als klassische Kriminaltouristen beschrieb sie der Staatsanwalt gestern dem Bezirksgericht Kreuzlingen. Sie waren über Italien illegal in die Schweiz eingereist. In der Kreuzlinger Empfangsstelle stellten sie pro Forma einen Asylantrag, um ihren Aufenthalt zu begründen. Gewohnt haben sie aber die meiste Zeit in einem Kreuzlinger Hotel, wo sie ungestört logieren und ihr Diebesgut lagern konnten.

Das Gerichtsverfahren fand in Abwesenheit der Angeklagten statt. Die beiden heute 30jährigen Männer waren nach rund 100 Tagen Untersuchungshaft bereits in ihre Heimat ausgeschafft worden. Der Pflichtverteidiger des einen Täters merkte an, dass er mit seinem Mandanten seither gar nicht mehr in Kontakt treten konnte.

Das Gericht verurteilte die Täter zu je 24 Monaten Gefängnis, davon die Hälfte bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Die Richterin wollte Härte walten lassen, musste jedoch das Strafmass deutlich reduzieren, wegen der langen Verfahrensdauer von über fünf Jahren.