Senioren wissen, was sie wollen

Die Gemeinde Egnach verfügt über eine grosse Anzahl an Seniorinnen und Senioren, die sich gerne einbringen. Dies zeigte sich am Donnerstag an der Informationsveranstaltung der Kommission für Altersfragen.

Maya Mussilier
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Auf einer Skala konnten die Anwesenden festhalten, wie wichtig ihnen ein Thema ist, und gleichzeitig ihre Wünsche aufschreiben lassen. (Bild: Maya Mussilier)

Auf einer Skala konnten die Anwesenden festhalten, wie wichtig ihnen ein Thema ist, und gleichzeitig ihre Wünsche aufschreiben lassen. (Bild: Maya Mussilier)

EGNACH. Vom Aufmarsch geradezu überwältigt waren die Mitglieder der Alterskommission. Knapp 180 Seniorinnen und Senioren waren am Donnerstag in die Rietzelghalle gekommen, um sich informieren zu lassen. Tatsächlich ist die Kommission ja noch jung – ihre ersten «Schritte» machte sie erst in diesem Frühjahr. Vorangegangen war im 2009 eine Projektgruppe, die sich des Themas «Alter in Egnach» annahm und im September 2010 einen ersten Massnahmenkatalog präsentierte, der klar zeigte, dass auch in Egnach Handlungsbedarf besteht.

Altersgerechter Wohnraum

Nach einer kurzen Vorstellung der Kommissionsmitglieder versuchten diese auch gleich, den Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren nachzuspüren. Fünf Begegnungsinseln luden das Publikum ein, seine Meinung zu den Themen Erwartungen an die Kommission, Wohnformen, Infrastruktur, Beratungsstellen und Aktivitäten kund zu tun. Die Seniorinnen und Senioren zögerten nicht, ihre Wünsche und Bedürfnisse in Worte zu fassen, so dass sich die Listen innert kurzer Zeit füllten.

Zentraler Wohnraum

Bei der Präsentation zeigte sich, dass den Senioren alle fünf Themenbereiche sehr wichtig sind. Klar kristallisierten sich das Bedürfnis nach einem Fahrdienst, nach altersgerechtem, zentralem Wohnraum oder einer zentrierten, aber fachkompetenten Beratungsstelle heraus. Mehrfach genannt wurde aber auch die Wichtigkeit von Einkaufsmöglichkeiten, Rampen an den Fussgängerstreifen, die auch mit Rollstühlen passierbar sind oder ein nivellierter Einstieg in Bahn und Bus.

Und bei den Freizeitaktivitäten zeigte sich ganz klar, dass sich die ältere Generation noch fit fühlt. Da wurden Wünsche angebracht wie Turnen, Schwimmen, Wandern oder Tanzen. Daneben aber auch der Besuch von kulturellen Veranstaltungen, Spielmöglichkeiten oder gemeinsames Singen.

«Wir bleiben dran»

Nicht alles liege in der Hand der Alterskommission oder der Gemeinde, betonte Gemeinderat Viktor Gschwend, der die Kommission für Altersfragen präsidiert. Sie würden die Wünsche aber gerne in ihre Arbeit einfliessen lassen und nach Möglichkeiten suchen, die derzeitige Situation zu verbessern. Eine Broschüre mit Adressen von Ansprechpersonen der verschiedenen Dienste ist beispielsweise bereits in Arbeit und soll im Frühling des nächsten Jahres frisch gedruckt verteilt werden. Ebenfalls im 2012 soll ein Alterskonzept mit Leitbild erstellt werden. «Heute konnten wir weitere Grundlagen für unsere Arbeit sammeln», betonte Viktor Gschwend. Die Alterskommission wolle dranbleiben. Wer weitere Fragen oder Anregungen habe, dürfe sich gerne jederzeit an eines der Kommissions-Mitglieder wenden.

«Absolut positiv überrascht»

Der Abend und die Möglichkeit sich aktiv einzubringen wurde von den Senioren geschätzt. Ein Besucher brachte es bei seiner Verabschiedung gegenüber Viktor Gschwend auf den Punkt: «Ich bin mit völlig anderen Erwartungen an diesen Anlass gekommen und habe mehr oder weniger mit einigen Informationen zum Wechsel in die ältere Generation gerechnet. Ich bin von diesem Abend aber nicht enttäuscht, sondern absolut positiv überrascht.»