Selber Ersatzteile hergestellt

Die Besucher erfuhren am Sonntag von Urs Bodmer, wie vor Jahrzehnten in der Centralgarage gearbeitet wurde und wie die Firma den VW-Boom erlebte.

Hugo Berger
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Urs Bodmer erzählte aus den Anfängen der Centralgarage. (Bild: Hugo Berger)

Urs Bodmer erzählte aus den Anfängen der Centralgarage. (Bild: Hugo Berger)

AMRISWIL. Dass die Centralgarage Amriswil am Museumssonntag im Fokus stand, hat folgenden Grund: Das Unternehmen war das erste, welches bereits vier Jahre nach der Gründung als Mitglied des Industrievereins Amriswil aufgenommen wurde und nicht zur Textil- oder Schuhbranche gehörte.

Urs Bodmer, der die Firma seit 1980 leitet, sagte, er habe anhand von Zeitungsberichten viel recherchieren müssen, um die Firmengeschichte zu beleuchten. Diese begann in den 20er-Jahren mit den Gründern Emil Rizi und Albert Rot. Die Firma, die rasch wuchs, hatte nebst Amriswil einen Sitz in St. Gallen.

Teile selbst hergestellt

Die Schilderung der damaligen Arbeitswelt machte deutlich, wie sehr sich das Berufsbild des Automechanikers in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat. Viele Ersatzteile wurden auf einfachen Maschinen selbst hergestellt. Für Servicearbeiten, die heute zwei Stunden dauern, benötigte ein Mechaniker einen ganzen Tag.

Als technische Revolution wurde damals der sogenannte schwebende Motor gepriesen. Die Neuerung bestand darin, dass der Motor nicht mehr direkt auf das Chassis montiert wurde, sondern die Übertragung von Erschütterungen wurde mit sogenannten Monoblocks gedämpft.

Noch 500 Autos

Mit Erstaunen erfuhren die rund 40 Besucherinnen und Besucher, dass der Autobestand, der bis 1940 stetig zugenommen hatte, nach den Kriegsjahren im Thurgau auf 500 Autos geschrumpft war. Der Grund lag hauptsächlich darin, dass viele Fahrzeuge angesichts der Stahlknappheit verschrottet wurden. Eine neue Ära erlebte die Firma in den 50er-Jahren mit dem VW-Käfer, der reichlich Absatz fand.

Urs Bodmer nutzte die Gelegenheit, seinen Nachfolger Oliver Rottmann vorzustellen.