Sekschüler machen Radio

35 Schülerinnen und Schüler aus Romanshorn bekommen zwei Tage lang Einblick in die Welt des Radios. Möglich ist das dank der Pestalozzi-Stiftung. Radio Sek Romanshorn 3 (RSR3) sendet unter 97,4 MHz.

Michèle Vaterlaus
Drucken
Teilen
Freut sich aufs Radio: Der 16jährige Sabir Semsi. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Freut sich aufs Radio: Der 16jährige Sabir Semsi. (Bild: Michèle Vaterlaus)

ROMANSHORN. «Unser Radio ist vergleichbar mit einem professionellen Lokalradio», sagt Sabir Semsi. Der 16jährige Romanshorner hat im letzten halben Jahr das Projekt Radio Sek Romanshorn 3 auf die Beine gestellt. Kommende Woche geht RSR3 für zwei Tage auf Sendung. 35 Schülerinnen und Schüler aus der zweiten und dritten Sek machen mit. Damit alles rund läuft, haben sie Themen recherchiert, Interviews geführt und Jingles eingespielt.

Sabir Semsi hat schon Erfahrungen im Radio gesammelt. «Ich habe ein Praktikum bei Radio FM1 gemacht», sagt er. In dieser Zeit hat er richtig Spass am Moderieren und Recherchieren bekommen. Yves Keller, der Moderator der Morgenshow von FM1, hat ihm viele Tips gegeben. «Er hat uns auch beim Schulradio geholfen», sagt Sabir Semsi. Am Donnerstagmittag wird Yves Keller deshalb ein Studiogast bei RSR3 sein.

Das Leben in Romanshorn

Aber alles von vorne: Möglich ist RSR3 erst durch die Pestalozzi-Stiftung. Das Projekt nennt sich «Power up Radio» und wird in der ganzen Schweiz an Schulen durchgeführt. Im März war der Bus mit dem integrierten Studio bereits in Arbon. Kern der Beiträge beim Schülerradio in Romanshorn ist das Zusammenleben in der Gemeinde. Das ist die Vorgabe der Pestalozzi-Stiftung. Die Romanshorner Schüler führen Interviews mit Stadtammann David H. Bon, sie reden mit der Präsidentin des Frauenvereins Romanshorn, mit den Präsidenten des Gewerbeverbands und der Arbeitgebervereinigung. Für den Donnerstagmorgen haben die jungen Radiomacher einen ganz besonderen Gast eingeladen. Weil aber noch nichts definitiv ist, bleibt der Name des Gastes vorläufig ein Geheimnis. Zwischen den Interviews gibt es auch lockere Beiträge: Zuhörer können ihre Musikwünsche anbringen, es gibt eine Kochshow und als Abschluss eine Liveübertragung der Schulschlussfeier.

Zuhören kann jeder im Umkreis von 20 Kilometern unter der Frequenz 97,4 MHz oder online unter www.powerup.ch. «Wer will, kann uns auch vor Ort besuchen. Wir richten ein Radiokafi ein», sagt Sabir Semsi.

Es braucht Mut

Bald fährt der Radiobus an der Reckholdernstrasse 23 vor. Nervös seien die Schüler aber nicht, wie Sabir Semsi sagt. Obwohl er weiss: «Es braucht Mut, ans Mikro zu gehen und zu reden. Aber Moderatoren sind nie nervös, nur euphorisch.» Die Gruppe nehme das deshalb locker. Und wenn doch jemand das Nervenflattern bekommt? «Die Aufregung würde ja nur zeigen, dass man es gut machen will.» Trotz seiner Begeisterung für das Radio schlägt der 16-Jährige nach den Sommerferien eine ganz andere Berufslaufbahn ein. Er startet eine Lehre als Fachmann Gesundheit. «Ich glaube, das ist der schönste Beruf, den es gibt», sagt er.