Sein Werk soll weiterleben

ROMANSHORN. Das Andenken an den Romanshorner Maler Ludwig Demarmels soll nicht verblassen. Dem Förderverein gehören bereits 200 Mitglieder an. Am Samstag ist ein neuer Vorstand gewählt worden. Ziel ist die Gründung einer Stiftung.

Martin Preisser
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Engagement für einen Künstler: Roswitha Demarmels (l.) und Gemeinderat Peter Höltschi (hinten). Dazwischen der neugewählte Vorstand des Vereins Ludwig Demarmels: Ernst Weiler, Martin Monsch, Susanne Summermatter, Silvia Peters, Rose-Marie Maron und Gion Pol Simeon (v. l.). (Bild: Martin Preisser)

Engagement für einen Künstler: Roswitha Demarmels (l.) und Gemeinderat Peter Höltschi (hinten). Dazwischen der neugewählte Vorstand des Vereins Ludwig Demarmels: Ernst Weiler, Martin Monsch, Susanne Summermatter, Silvia Peters, Rose-Marie Maron und Gion Pol Simeon (v. l.). (Bild: Martin Preisser)

Vor zwanzig Jahren ist der Bündner Maler Ludwig Demarmels 74jährig in Romanshorn gestorben. Seit fünfzehn Jahren engagiert sich seine Witwe Roswitha Demarmels mit viel Einsatz und Herzblut für das Werk ihres Mannes. Hunderte von Werken befinden sich in ihrem Haus. Mit der Gründung eines Vereins letzten November sind erste Schritte gemacht worden, Demarmels' Werk und die Erinnerung an ihn auch für die Zukunft zu sichern. Besonders engagiert hat sich hierbei in den letzten zwei Jahren Gemeinderat Peter Höltschi. Anlässlich der ersten Mitgliederversammlung letzten Samstag hat Höltschi sein Interimsmandat für den Verein in die Hände eines neuen Vorstands übergeben.

Zwei Vorstandsmitglieder kommen aus Graubünden, vier aus dem Thurgau. Und es trifft Wirtschafts- auf Kunstkompetenz. Roswitha Demarmels, die zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt wurde, ist froh, dass es jetzt einen Weg gibt. «Aber es ist ein langer Weg», sagt sie, «und ich bin im Moment mehr gefordert denn je.»

Wichtig für Zeitgeschichte

Der Verein hat unlängst ein Gutachten über den Bündner Maler, der auch zweimal Schweizer Meister im Skispringen war, erstellen lassen. Roland Scotti, Kurator der Stiftung Liner Appenzell, hat die Expertise erstellt und kommt zum (nicht überraschenden) Ergebnis, dass Ludwig Demarmels in einzelnen Bereichen seines Schaffens durchaus internationalen Stellenwert habe. Scotti erinnert auch an die kulturhistorisch wichtigen Historienbilder des 1917 in Stierva geborenen und bis 1951 in Davos ansässigen Künstlers. Demarmels sei insgesamt für die Zeitgeschichte noch bedeutsamer als für die Kunstgeschichte, urteilt Scotti.

Der Verein, dem in nur wenigen Monaten bereits fast zweihundert Mitglieder beigetreten sind, will wichtige Weichenstellungen vornehmen. Um auch zukünftigen Generationen das Werk von Demarmels zugänglich zu machen, will der neugewählte Vorstand Voraussetzungen für eine Stiftung schaffen.

Bilder digitalisieren

Dafür müssen neue Räumlichkeiten gefunden und ein Kurator engagiert werden. «Anspruchsvolle Zielsetzungen» seien das, unterstrich Martin Monsch, der neue Präsident und Unternehmensberater aus Davos. Konkret möchte der Vorstand das Netzwerk ausbauen und Sponsoren finden. Konkret ist auch geplant, das gesamte Werk von Ludwig Demarmels fotografisch digital zu erfassen. Eine Website soll aufgeschaltet sowie Ausstellungen und Publikationen realisiert werden. Das Engagement des Vorstands, Ludwig Demarmels' Andenken zu bewahren, soll sich in langfristigen Perspektiven konkretisieren, hiesse es an der Mitgliederversammlung.

Rezeption gewährleisten

Ein erster Anlauf für einen Verein Ludwig Demarmels wurde bereits vor fünfzehn Jahren schon einmal gemacht. Jetzt weisen alle Schritte in eine Richtung, die dem Werk von Ludwig Demarmels auch für die Zukunft eine gebührende Rezeption gewährleisten kann. Welch intensives und auch von den Medien her vielschichtiges Werk der Künstler hinterlassen hat, machte auch Gion Pol Simeon nochmals deutlich.

Der Journalist und Freund von Demarmels, der 1987 einen Fernsehfilm über den Künstler gedreht hat, erinnerte daran, dass Demarmels ein Künstler gewesen sei, der sich stets treu blieb und das Malen vor allem als Freude verstand, die er selbst erlebte und durch seine Werke auch dem Betrachter schenken wollte. «Seine Bilder appellieren an unsere Phantasie», sagt Simeon.

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