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Sein Herz tickt für Uhren

Der 17jährige Dominik Laib aus Ennetaach möchte Uhrmacher werden. Weil es in der Schweiz zu wenig Ausbildungsplätze gibt, macht er seine Lehre 650 Kilometer von zu Hause entfernt. Heimweh hat er nicht.
Rita Kohn

Karlstein. Seit seiner Schnupperlehre bei Pablo Baumer in Amriswil war für den Ennetaacher Dominik Laib klar: Er will Uhrmacher werden. Doch einfach ist dies nicht. In der Schweiz gibt es dafür kaum Ausbildungsplätze, die Schule in Grenchen war ebenfalls keine Lösung. «Die einzige deutschsprachige Klasse war schon voll», schildert Dominik Laib seine Suche nach einer Lehrstelle. Da erzählte ihm eine Tante von der Fachschule in Karlstein, einem kleinen Ort in Niederösterreich. An dieser Schule wird der gesamte Österreichische Uhrmacher-Nachwuchs ausgebildet.

Dominik Laib bewarb sich um einen Ausbildungsplatz und wurde aufgenommen. Für den jungen Ennetaacher war es auch kein Problem, dass er nun die meiste Zeit rund 650 Kilometer von zu Hause entfernt sein würde. «Meine Mutter ist Österreicherin, so hatte ich bereits einen Bezug zu dieser Gegend», sagt er.

Am Wochenende nach Wien

Seit bald zwei Jahren lebt Dominik Laib nun im zur Schule gehörenden Internat. Er fühle sich da sehr wohl, meint er. Manchmal würden ihm seine Familie und seine Freunde etwas fehlen.

Aber in der Schule habe er neue Freundschaften geknüpft. Dass Karlstein den jungen Fachschülern nur wenig Zerstreuung bieten kann, beschäftigt Dominik Laib kaum. «So konzentriert man sich mehr aufs Lernen», schmunzelt er. Ausserdem verbringe er die Wochenenden jeweils bei der Familie in Wien oder im Burgenland.

Seinen Entscheid, das Uhrmacherhandwerk zu lernen, hat Dominik Laib nicht bereut. «Es ist kein Beruf, den man einfach machen kann. Man muss sich dafür begeistern», sagt der angehende Fachmann.

Noch zwei Jahre wird Dominik Laib in Karlstein bleiben, dann steht ihm die Welt offen. Denn die Uhrmacher sind gesucht. Dass ein österreichisches Diplom seine Chancen auf eine Anstellung in der Schweiz mindern könnte, glaubt Laib nicht. «Einige Schüler von hier zieht es anschliessend in die Schweiz.» Man habe ihm versichert, dass das Diplom anerkannt werde.

Bald auch kleine Uhren

Bis jetzt hat Dominik Laib vor allem mit Grossuhren gearbeitet. Im nächsten Ausbildungsjahr kommen nun auch Kleinuhren hinzu. An diese neue Aufgabe geht der junge Ennetaacher zwar mit Respekt, aber ohne Angst heran. Denn die Feinarbeit liegt ihm. Nur das Handsticheldrehen gehört derzeit noch nicht zu seinen Lieblingsarbeiten. «Es gibt Aufgaben, die mir etwas mehr liegen», schmunzelt er.

Praktikumsplatz gesucht

Etliche Hürden hat Dominik Laib auf seinem Weg zum Traumberuf schon genommen. Nun hat sich eine neue aufgetan: Im Rahmen seiner Ausbildung braucht er ein mehrwöchiges Praktikum. Dieses wollte er zum grössten Teil in Amriswil machen. Durch den unerwarteten Tod von Pablo Baumer ist dies nun nicht mehr möglich. Deshalb sucht er eine Alternative. Ein paar Tage wird der angehende Berufsmann in einem Betrieb in Bad Ragaz verbringen können. Doch dies reicht bei weitem nicht aus.

Er könne nach dem zweiten Lehrjahr eben erst den Service für Gross- und Kleinuhren ausführen, bedauert Dominik Laib. Das reiche nicht allen Betrieben, um ihm ein Praktikum anzubieten. Dennoch ist er guten Mutes, dass sich auch diese Hürde bewältigen lässt.

Wer einen Praktikumsplatz anzubieten hat, kann sich unter redaktionamriswil@tagblatt.ch melden, die Redaktion stellt dann den Kontakt her.

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