Seifenblasen waren die Zugabe

Clown Pic trat am Samstag mit seinem Programm «Der Schlüssel» im Thurgauerhof in Weinfelden auf. Das Publikum hat seine teils wortlose Mimik und Gestik mit Begeisterung aufgenommen.

Rudolf Steiner
Drucken
Teilen
Clown Pic sitzt etwas genervt auf einer Bank. (Bild: Rudolf Steiner)

Clown Pic sitzt etwas genervt auf einer Bank. (Bild: Rudolf Steiner)

WEINFELDEN. Seit 44 Jahren steht er rund um die Welt auf den kleinen und grossen Bühnen und begeistert mit seiner Mimik und Gestik das Publikum. Am Samstag gastierte der gebürtige St. Galler Clown und Pantomime Pic, bürgerlich Richard Hirzel, im Thurgauerhof in Weinfelden. Er schlüpfte in Dutzende Rollen und wechselte zur Verblüffung des Publikums innert Sekunden sein Aussehen. Einem breiteren Publikum bekannt geworden ist er aber vor allem durch seine legendären Auftritte mit den Seifenblasen im Circus Knie und Circus Roncalli.

Ein liebenswerter Charmeur

Dass Pic aber nicht nur die Nummer mit den «Bulles de savon», den Seifenblasen, beherrscht, bewies er mit seinem Programm «Der Schlüssel». Pic – den Namen soll er von seiner Schwester in Anlehnung an Picasso erhalten haben – zelebrierte die grosse Kunst der wortlosen Kommunikation. Abwechselnd mit gesprochenen, hintergründigen Szenen. In beiden Genres kamen seine Feinfühligkeit und sein subtiler Schalk zum Tragen. Denn Pic ist nicht der Clown mit den grossen Schlarpen und der knallroten Kugelnase. Seine Stärken sind die feinen, subtilen Andeutungen von skurrilen Situationen und Episoden. Wie bei der Szene, als er mit zwei Pizzas und anfänglich noch taufrischen Rosen vergeblich auf seine neue Freundin Chantal, die er im Englischkurs für Anfänger kennengelernt hat, wartet. Und ohne ein Wort zu sagen, leiden alle im Publikum angesichts der welkenden Rosen und der kälter werdenden Pizzas mit.

Pic zeigt aber auch eindrücklich, wie sich ein Mensch mittels Masken innert Sekunden verändern und beim Publikum die verschiedensten Reaktionen hervorrufen kann. Mal als Reisender, der mit sieben Koffern aufs Taxi wartet, mal als schrullige, tanzende Babuschka, mal als wild gelockter Frankenstein oder blond gelockter Dandy. Pic verkörpert die skurrilen Figuren authentisch und überzeugend, ohne sich, wie bei traditionellen Clowns üblich, durch Zoten, Peinlichkeiten und Katastrophen beim Publikum anzubiedern.

Dann sind die Seifenblasen dran

Und ganz zum Schluss packt er dann seine «Bulles de savon» doch noch aus und jongliert spielerisch mit den kleinen und grösseren, glitzernden Kunstwerken. Das wird Pic mit Sicherheit auch die nächsten Jahre weiterhin zelebrieren, obwohl er im nächsten Frühling das Pensionsalter erreicht. Das verriet er nach dem schweisstreibenden Auftritt trotz Zwicken im Kreuz.

Aktuelle Nachrichten