Sehnsucht nach der Nähe Gottes

Am Sonntag trat der Gospelchor Bischofszell in der bis fast auf den letzten Platz gefüllten evangelischen Kirche auf und bot moderne und traditionelle Gospels dar.

Heinrich Schlegel
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Bischofszell. Nach Auftritten in Hallau, Arbon und Weinfelden bot der Gospelchor Bischofszell sein Programm am Sonntagabend auch noch zu Hause dar. Zum «Heimspiel» kam das Publikum in Scharen. Nur wenige Plätze in der evangelischen Kirche blieben frei.

Mikrophone und Körpersprache

Ruhig und klangvoll ertönte der erste Gospel, in dem die Worte «God, great God» sicher hundertmal wiederholt wurden.

Auf einer speziell eingerichteten Bühne standen 35 Sängerinnen und Sänger, alle mit Mikrophonen in der Hand, und sangen gefühlvoll, mit schaukelnden Körperbewegungen und strahlenden Augen moderne Gospels. Geleitet wurde der Chor von Carol Vladani. Daniel Rieser am Keyboard, Marcel Bollier am E-Bass, Simon Hirt an der E-Gitarre und Eddy Sloof am Schlagzeug begleiteten den Gesang und bildeten die Grundlage für den mitreissenden Groove der Darbietungen.

Zum Herrn flehen und schreien

«Shout to the Lord», das zweite Lied, sagt, was die Gospelsinger vor allem tun. «Jesus, forever we worship you», versicherten sie darauf und baten inbrünstig: «Hold me!» Auch mit dem lebhaften, rhythmisch akzentuierten Song «Oh Lord, you are my daily bread» drückten sie ihre Sehnsucht nach der Nähe Gottes aus.

In einem Medley interpretierten sie sehr schwungvoll die traditionellen Gospelsongs «Down by the Riverside», «This Little Light of Mine» und «Amen». «Im Leben liebt er mich, im Tod erlöst er mich», «Leite mich!» und «Eines Tages wird er mich bei meinem Namen rufen», so lauteten übersetzt die Aussagen der nächsten Lieder.

Auch traditionelle Spirituals

Nach der Pause folgte zunächst der Aufruf «Geht und erzählt, dass ich der Eine bin».

Danach flehte der Chor «Zieh mich nahe zu Dir» und «Erhebe mich, Herr!» Im Spiritual-Potpourri erklangen die traditionellen Lieder «Wade in the Water» und «It's me, oh Lord». Abwechslungsreich und effektvoll arrangiert waren die Darbietungen. Mal laut und temporeich, dann wieder sanft und innig, Solistinnen und Chor in Response oder feine Untermalung der Soli durch Chor und Band.

Mit einer Lightshow

Eine Lightshow und die recht geschickte Tonmischung trugen zum guten Gesamteindruck bei. Die Gospelsinger glauben daran, dass ihr Gotteslob belohnt wird: «I'm gonna get a white robe» (fürs Paradies) und versicherten «Again I say rejoice». Nach der abschliessenden Bitte «Give us Peace» erklatschte und erpfiff das begeisterte Publikum noch Zugaben.

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