Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SEEUFERPLANUNG: Auf neuen Wegen

Die vom Kanton vorgeschlagenen Massnahmen stossen bei den Gemeinden in der Region weitgehend auf Zustimmung. Sie sind aber teilweise unterschiedlicher Meinung und üben im Detail auch Kritik.
Markus Schoch
Dieser Trampelpfad soll zum offiziellen Wanderweg zwischen Egnach und Salmsach werden. (Bild: Reto Martin)

Dieser Trampelpfad soll zum offiziellen Wanderweg zwischen Egnach und Salmsach werden. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Sie sind sich nicht einig, die Gemeindepräsidenten von Egnach und Salmsach. Stephan Tobler findet es eine schlechte Idee, den Wanderweg zwischen der sogenannten Bierbrücke und der Salmsacher Bucht ans Naturschutzgebiet zu verlegen, wo es bereits einen Trampelpfad gibt (wir berichteten gestern). Martin Haas dagegen wäre sofort dafür zu haben. Er führe selber oft seinen Hund dort spazieren. Er betrachte Naturschutzgebiete als Lebensraum auch für Menschen. Allerdings mit klaren Verhaltensregeln, an die sich alle halten müssten. Dass es im konkreten Fall Probleme gebe, weil gewisse Hundehalter die Leinenpflicht ignorieren würden, sei zwar richtig. Aber es sei kein Grund, gleich das Kind mit dem Bad auszuschütten. «Man muss stattdessen die fehlbaren Personen an die Kandarre nehmen», sagt Haas. Er suche jeweils immer das Gespräch, wenn er sehe, dass jemand seinen Vierbeiner frei laufen lasse.

Auch die übrigen Massnahmen der Seeuferplanung auf Gemeindegebiet begrüsst Haas: Die Verlegung des Veloweges auf das Kiessträsschen entlang des Bahndammes ebenso wie die ökologische Aufwertung der Aach im Mündungsbereich. Die Gemeinde habe bereits vor vier Jahren ein entsprechendes Renaturierungsprojekt ausarbeiten lassen. Am Zug sei jetzt der Kanton. Dass dieser nun in der Seeuferplanung den Handlungsbedarf erneut bestätige und dem Projekt eine hohe Priorität einräume, sei sehr erfreulich. «Es ist allen klar, dass etwas gemacht werden muss.»

Kesswil: Vorschläge sind nachvollziehbar

Kesswils Gemeindeammann Kurt Henauer findet die Seeuferplanung des Kantons grundsätzlich «eine gute Sache». Und auch die konkreten Vorschläge seien «mehrheitlich nachvollziehbar». Erfreulich für ihn: Der im kantonalen Richtplan vorgesehene Ausbau des Hafens ist unbestritten. Mit allem einverstanden ist die Gemeinde aber nicht: So sei nicht ersichtlich, wie teuer das Paket Kesswil zu stehen komme. Zudem weite der Kanton den Uferbereich tief ins Hinterland aus und wolle den betroffenen Landwirten Produktionseinschränkungen auferlegen, was schwierig umzusetzen sei. Klärungsbedarf besteht gemäss Henauer schliesslich in begrifflicher Hinsicht. Der Kanton definiere rund um die Badwiese inklusive Campingplatz und Badehäuschen eine «Zone der extensiven Erholung», ohne genau zu sagen, was damit gemeint sei. So seien Rechtsstreitigkeiten Tür und Tor geöffnet, befürchtet Henauer. «Wir sind gebrannte Kinder.» Und er macht klar: «Wir wollen beim Badeplatz auch einmal ein Fest feiern oder einen Sportanlass durchführen können.» Er sei jedoch zuversichtlich, dass sich im Gespräch mit den zuständigen Stellen eine Lösung finden lasse.

Uttwil: Kanton hat viele Anliegen berücksichtigt

In Uttwil geht es in der Planung des Kantons vor allem um die Revitalisierung des Ufers. Der Massnahmenkatalog sieht unter anderem vor, dass am See geeignete Bäume und Büsche gepflanzt werden und der Underbach ökologisch aufgewertet wird. Die Verantwortlichen in Frauenfeld hätten viele der Anliegen des Gemeindeerates im vorliegenden Paket berücksichtigt, lobt Good. Insofern nehme die Behörde die Vorschläge zufrieden zur Kenntnis. Verbindlich für sie seien sie nicht. Unklar ist sich Good wie Henauer über die Kostenfolgen des Programms und in welchem Umfang sich der Kanton finanziell daran beteiligt.

Romanshorn: Gemeinsame Haltung entwickeln

«Der Kanton möchte mit der Stadt zusammen die Kulturlandschaft am Romanshorner Seeufer weiter aufwerten, wo nötig sanieren und dazu eine gemeinsame Haltung entwickeln», schreibt die Stadt auf Anfrage in einer Stellungnahme. «Dabei sollen die Qualitäten sowohl für die Bevölkerung und den Tourismus, wie auch bezüglich Ökologie erhöht werden.» Ein weiteres Ziel sei es, dem Schutz des kulturellen Erbes, insbesondere den Hafenanlagen, Rechnung zu tragen. Neben Massnahmen am unmittelbaren Ufer müsse es auch das Bestreben sein, die kantonalen Wanderwege und die internationale Bodensee-Radroute aufzuwerten. «Dementsprechend enthält die Seeuferplanung des Kantons das Agglomerations-Projekt Gleisquerung Bahnhof-Süd und eine attraktive Wanderwegführung zwischen Uttwil und Holzenstein.»

Der Stadtrat unterstütze die Seeuferplanung. «Die Unterlagen sind koordiniert mit dem kantonalen Richtplan, dem Agglomerationsprogramm des Bundes sowie dem kommunalen Richtplan.» In seiner Stellungnahme an den Kanton bringe der Stadtrat das örtliche Wissen ein, so zum Beispiel die von der Stimmbevölkerung unterstützte Absicht, das Hotelangebot in der Innenstadt zu erhöhen. «Im Hinblick auf das definitive Ausarbeiten des kommunalen Richtplans und das Realisieren von wichtigen Infrastrukturen bestehen nun gute Grundlagen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.