Schwinger kämpfen mitten in der Stadt Kreuzlingen

Auf der Dreispitzwiese findet morgen ein Schwingfest statt. Hans Notz Präsident Schwingerverband Bodensee und Rhein erzählt, wie es dazu kam.

Annina Flaig
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Hans Notz Präsident Schwingerverband Bodensee und Rhein (Bild: pd)

Hans Notz Präsident Schwingerverband Bodensee und Rhein (Bild: pd)

Herr Notz, Schwingfeste finden oft in ländlicher Umgebung statt. Wie kommt der Schwingerverband Bodensee und Rhein auf die Idee, mitten in der Stadt Kreuzlingen ein Schwingfest durchzuführen?

Hans Notz: Wir sind ein Kreuzlinger Verein, und man präsentiert sich am besten wenn man mitten in der Stadt ein Schwingfest veranstaltet. Kommt hinzu, dass es nicht überall so ist, dass man die Infrastrukturen für ein Schwingfest benützen darf.

Wie meinen Sie das?

Notz: Die heutigen Sportrasen sind so schön, dass den Platzwarten die Haare zu Berg stehen, wenn man mit schweren Fahrzeugen tonnenweise Sägemehl herankarren will. In Kreuzlingen sind wir auf offene Ohren gestossen. Zudem ist die Festwiese bei der Dreispitzhalle kein Sportrasen, die erträgt etwas mehr.

Wie viel Sägemehl braucht es?

Notz: Wir machen vier Plätze. Dafür braucht es rund 60 Kubikmeter Sägemehl.

Und wer karrt das Sägemehl auf die Wiese?

Notz: Wir haben einige Mitglieder mit einem Bauernhof zu Hause. Die fahren jeweils mit Stolz mit ihren grössten Traktoren vor. So sind wir immer zügig fertig.

Ist dies das erste Schwingfest in Kreuzlingen?

Notz: Nein, seit dem letzten Schwingfest in Kreuzlingen sind allerdings bereits rund zehn Jahre vergangen.

Schwingen boomt. Spürt dies der Schwingerverband Bodensee und Rhein an den Mitgliederzahlen?

Notz: Ja, seit das eidgenössische Schwingfest 2010 in Frauenfeld stattgefunden hat, konnten wir einige junge Schwinger gewinnen, was mich sehr freut.

Wie viele Besucher erwarten Sie am Sonntag?

Notz: Wenn das Wetter schön ist, erwarten wir schon 500 bis 600 Zuschauer.

Auf welche bekannten Schwinger darf man sich freuen?

Notz: Auf die beiden Eidgenossen aus dem Thurgau Stefan Burkhalter und meinen Bruder Beni Notz, auf Tobias Krähenbühl und Christof Schweizer, die sich am Ostermontag in Thayngen im Schlussgang gegenüberstanden sowie Domenic Schneider, Ernst Bühler und Michael Steiner.

Was liegt auf dem Gabentempel bereit? Ein Muni oder ein Rind?

Notz: (lacht) Nein, Lebendpreise gibt es keine. Dafür halten wir schöne Geschenkkörbe bereit.

Beginn Anschwingen beim Dreispitz: Morgen Sonntag um 9.30 Uhr.