Schwimmhalle: Es geht ums Geld

Die Kreuzlinger Schwimmhalle wird teuer. Die Stadt Kreuzlingen will, dass sich die Nachbargemeinden beteiligen. An einer Podiumsdiskussion der FDP kamen gestern zum ersten Mal die unterschiedlichen Positionen auf den Tisch.

Urs Brüschweiler
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Sie stehen einer Beteiligung an der Kreuzlinger Schwimmhalle noch kritisch gegenüber: Der Münsterlinger Gemeindeammann René Walther, der Altnauer Gemeindeammann Beat Pretali und der Altnauer Sekundarschulpräsident Hans Feuz. (Bild: Nana do Carmo)

Sie stehen einer Beteiligung an der Kreuzlinger Schwimmhalle noch kritisch gegenüber: Der Münsterlinger Gemeindeammann René Walther, der Altnauer Gemeindeammann Beat Pretali und der Altnauer Sekundarschulpräsident Hans Feuz. (Bild: Nana do Carmo)

MÜNSTERLINGEN. Am Ende entscheidet es sich über das Portemonnaie. Die geplante Kreuzlinger Schwimmhalle ist finanziell ein zu grosser Lupf für die Stadt alleine. 26 Millionen Franken stehen bisher im Raum, es soll aber noch weniger werden (siehe Kasten). So gesehen könnte man die gestrige Podiumsdiskussion in Münsterlingen auch als Geber-Konferenz betrachten. Die FDP-Bezirkspartei hatte alle Behördenmitglieder des Bezirks eingeladen. Die Gemeindeammänner von Münsterlingen, Altnau, Bottighofen, Tägerwilen und viele weitere Gemeinderäte, Schulbehörden-Mitglieder und andere Interessierte kamen. Moderator Alexander Salzmann sorgte mit provokanten Fragen dafür, dass die Positionen klar auf den Tisch kamen.

Nutzer sollen mehr bezahlen

Der Kreuzlinger Stadtammann Andreas Netzle, der zusammen mit Abteilungsleiter Ruedi Wolfender das Schwimmhallen-Projekt vorstellte und für eine regionale Beteiligung warb, musste feststellen, dass nicht alle seiner Amtskollegen so ganz ohne weiteres den Geldbeutel öffnen werden. René Walther, Gemeindeammann von Münsterlinger, Beat Pretali Gemeindeammann von Altnau und Hans Feuz, Präsident der Sekundarschulgemeinde Altnau konnte er jedenfalls noch keine Zusagen abringen. Allerdings machten sie auch noch keine verbindlichen Absagen. Für Walther zum Beispiel wird eine Beteiligung der Hauptnutzer – sprich der Vereine – wichtig sein. «Die Steuerzahler der Aussengemeinden sind vielleicht nicht die richtigen Adressaten, um die Hauptlast zu tragen.»

Ermatingen sagt ab

Alle drei sagten, dass ihnen für einen Entscheid noch verbindliche Informationen fehlten. Konkrete Nachricht gab es aus Ermatingen. Alexander Salzmann las eine Email des Ermatinger Gemeindeammanns Martin Stuber vor, welcher schlicht mitteilte, dass seine Gemeinde bereits über ein Bad verfüge und keinen weiteren Bedarf sehe.

Zuspruch aus Tägerwilen

Ganz bitter endete der Abend für die Kreuzlinger nicht. Der Tägerwiler Gemeindeammann Markus Thalmann lobte das Projekt und mahnte, diese gemeinsame Chance jetzt zu ergreifen. In seinem Dorf stünden die Zeichen auf Beteiligung.

Die Kreuzlinger Stimmberechtigten werden voraussichtlich im nächsten Frühjahr über die Schwimmhalle abstimmen.