Schweizer Topflappen für die Integration

KREUZLINGEN. In der «Coffee Lounge» in Kreuzlingen treffen sich Frauen verschiedenster Nationalitäten einmal im Monat zum Austausch. Vergangenen Montag haben sie zusätzlich gehäkelt – unter anderem für die Familien in ihrer Heimat.

Basil Höneisen
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Fröhliches Kaffeekränzchen: Carla Obrist aus Brasilien präsentiert ein paar Topflappen in Rot-Weiss. (Bild: Basil Höneisen)

Fröhliches Kaffeekränzchen: Carla Obrist aus Brasilien präsentiert ein paar Topflappen in Rot-Weiss. (Bild: Basil Höneisen)

Brasilien, Costa Rica, Polen, Lettland – von überall kommen sie her. Einmal pro Monat treffen sich Migrantinnen in der «Coffee Lounge» in Kreuzlingen, um neue Bekanntschaften zu machen und besser Deutsch zu lernen. «Das Kennenlernen und die Sprache stehen im Zentrum», sagt Organisatorin Silke Heit.

Ein Stück Schweiz für zu Hause

Silke Heit ist Deutschlehrerin und bietet Sprachkurse an. Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe «Deutsch mit Kaffee» lud sie nach Buchlesungen letzten Montag auch zum gemeinsamen Häkeln ein. «Ziel dieses Kaffeeplauschs ist es, die Integration von Migrantinnen und Migranten sowie deren Netzwerke zu fördern», sagt sie. Dafür lade sie ihre Kursteilnehmer jeden ersten Montag im Monat zum gemeinsamen Gespräch in die «Coffee Lounge» gegenüber des Karussells ein. Dessen Besitzerin Alevtina Wyler besuchte einst selbst einen Deutschkurs bei Silke Heit und stellt nun darum das Café gerne zur Verfügung.

Unterstützt wird Silke Heit dieses Mal von Theres Brassel aus Engwilen, der Herausgeberin der Zeitschrift «Andrea Kreativ». Sie organisiert das Material und bringt den Kursteilnehmern das Häkeln bei. Weshalb Brassel Topflappen mit einem Schweizerkreuz als Sujet wählte, hat einen simplen Grund: «Topflappen eignen sich gut als Geschenk für Verwandte im Heimatland», sagt sie. Damit die Migrantinnen und Migranten das Häkeln erlernen können, hat Theres Brassel eine Anleitung geschrieben – auf Deutsch natürlich.

Freunde finden ist schwierig

Eine der Besucherinnen ist Olga Vigano. Sie stammt aus der Ukraine und wohnt nun bereits seit vier Jahren in der Schweiz. «Mir gefällt der Kaffeeplausch, hier kann ich mein Deutsch verbessern und lerne neue Leute kennen», sagt sie. Es sei nämlich relativ schwierig, neue Freunde zu finden. Und das Häkeln der Schweizer Topflappen macht ihr Freude, weil sie gerne bastelt.

Hier ist es nicht gefährlich

Aus Brasilien kommt Carla Obrist. Sie ist erst zwei Jahre in der Schweiz. «Ich habe einen Schweizer als Mann. Zuerst wollten wir in Brasilien wohnen», sagt die 25-Jährige. «Doch es war einfach zu gefährlich. Darum leben wir jetzt hier.» Der Südländerin gefallen in der Schweiz vor allem die Seen und Berge, am Kaffeeplausch das Miteinander. «So kann man sich kennenlernen und austauschen», sagt Obrist. «Jeder von uns hat eine eigene Geschichte, das macht die Gespräche so interessant.»

In der Runde befinden sich auch Schweizerinnen. Ebenso wie die anderen Teilnehmer besuchen sie einen Sprachkurs bei Silke Heit, um dort ihr Deutsch aufzupolieren.

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