Schweigen rund um Lottogewinn

FRASNACHT. FAST, die Theatergruppe Frasnacht-Arbon-Stachen, füllte mit «Jackpot» zweimal die Zuschauerränge. Amüsiert und neugierig, manchmal nachdenklich, folgte man dort dem Dreiakter.

Hedy Züger
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Im Hause Imhof wird die Sache mit dem Lottogewinn aufgeklärt. (Bild: Hedy Züger)

Im Hause Imhof wird die Sache mit dem Lottogewinn aufgeklärt. (Bild: Hedy Züger)

Zufälle gibt's: beim Ehepaar Imhof kommt das grosse Lottoglück gleich doppelt ins Haus. Eine Überraschung in Form von viel Geld. Die beiden Gewinner des «Jackpots», die Imhofs, lassen aber unverständlicherweise den Kopf hängen. Sie reagiert voller Entsetzen, während er vollends die Sprache verliert und panikartig seinen besten Freund einweiht. Gleichzeitig bauen beide gegenüber dem Partner eine Mauer des Schweigens auf. Keiner will es dem andern sagen, dass im Haus mehrere Millionen Franken zu erwarten sind.

Und das mal zwei. Warum? Wegen einer leidigen Familientragödie gab sich einst das Brautpaar Imhof gegenseitig das Versprechen, die Hände von Lotto, Losen und Casino zu lassen. Er hielt sich daran, bis auf den einen Fall, sie pflegte über all die Jahre ihre Spielsucht, versteckt und mit Mass. Und jetzt das: beide hatten die genau gleichen Glückszahlen getippt.

Auferstanden

Nur nicht dazu stehen, die Sache musste geheim ablaufen, für ihren Mann seien die Lottomillionen wie Weihwasser für den Teufel, vermutet die entsetzte Franziska. Was tun? Einen Todesfall und eine Erbschaft vortäuschen? Gesagt, getan; auf die glorreiche Idee kamen aber beide, schliesslich hatte er einen fast verschollenen Bruder im fernen Neuseeland und sie eine ebensolche Schwester in Sizilien. Die Kunde vom Todesfall der reichen Geschwister wurde mit Hilfe von aussen aufbereitet.

Dann die Wende: plötzlich stehen die beiden Erblasser putzmunter in der Küche, sind unwillkommen und bekommen es handgreiflich zu spüren. Sie verstehen die Welt nicht mehr.

Lügen haben kurze Beine

Jetzt wird das Lügennetz immer enger gesponnen, immer unglaubwürdiger fallen die Possen aus. Das schlechte Klima verdichtet sich – woran sich das Publikum nicht stört, im Gegenteil: Kein Radau, kein Vorwurf, bei denen nicht die ulkigsten Pointen hineinspielen und der Theatersaal sich biegt vor Lachen, das Zwerchfell erlebt Akupunktur.

Die Spannung steigt, als im dritten Akt die beiden Totgesagten ihr aufgezwungenes Versteck im Haus der Imhofs verlassen und auf der Bühne das Ende des Dramas einläuten.

Die Schauspielertruppe: Erika Mumenthaler, Christian Künzler, Daniela Mannhart, Milo Schuster, Concetta Frischknecht und Roger Bähler. Ein Helferteam sorgte für Licht, Kulisse, Ton und Technik.

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